?Wasser gehört allen?

Arbeitnehmervertreter machen mobil

17.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Die Arbeitnehmer haben große Sorgen, dass die neuen Gesetze den kommunalen Wasserwirtschaftsverbänden wie Emschergenossenschaft und Lippeverband sozusagen das Wasser abdrehen. Es dürfe nicht sein, dass Wasser als notwendige Lebensgrundlage in die Hände ?profitorientierter, privater Unternehmen gelange, die als einziges Ziel hohe Rendite verfolgten?, so die Arbeitnehmerverbände die deshalb ausgezogen sind, und in ganz Nordrhein-Westfalen auf die Entwicklung aufmerksam zu machen. Gestern taten sie dies vor der Reinoldikirche, denn: ?Wasser gehört uns allen, und es darf nicht als Ware gehandelt werden und so in falsche Hände geraten.? Was diese Entwicklung bedeuten könne, zeige das Beispiel Berlin, sagen die Arbeitnehmervertreter: Dort sei die Wasserversorgung seit 1999 teilprivatisiert. Seitdem seien nicht nur über 1000 Stellen gestrichen worden, sondern auch die Preise um über 20 Prozent gestiegen. Allein die Befreiung der Umsatzsteuer, der die Wasserwirtschaftsverbände als Körperschaft öffentlichen Rechts unterstünden, würde unter anderen Voraussetzungen mit rund 20 Prozent zusätzlicher Kosten auf die Endverbraucher abgewälzt, so die Arbeitnehmervertreter. Ihr Appell: ?Lassen sie sich den Wasserschatz nicht klauen, denn Wasser gehört nicht in Privathand.? Die Passanten vor der Reinoldi-Kirche zeigten sich gestern aufgeschlossen: Fast alle nahmen sich einen Moment Zeit, setzten ihre Unterschrift unter das Protestschreiben ? obwohl in diesem Fall auch reichlich Wasser von oben floss. blf

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