WDR weist harsche Kritik von Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Dortmund-Tatort zurück

Reaktion auf Brandbrief

Der WDR wehrt sich gegen die Vorwürfe von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, im Dortmund-Tatort nur alte Klischees zu bedienen. Die Krimi-Reihe zeige ein „vielschichtiges Bild der Stadt“.

Dortmund

, 22.01.2019, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
WDR weist harsche Kritik von Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Dortmund-Tatort zurück

Der jüngste Dortmund-Tatort „Zorn“, bei dem es um einen Mord im Ex-Bergmann-Milieu geht, hat dem WDR heftige Kritik von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau eingebracht. Es würden nur alte Klischees verbreitet, meint Sierau. Der WDR verteidigt sich. © WDR/Martin Valentin Menke

Dortmunds OB hatte am späten Montagnachmittag seiner Wut über den Dortmund-Tatort freien Lauf gelassen. Er hatte von einem „fortwährenden Mobbing“ der Stadt und seiner Bürger durch die TV-Serie gesprochen, von einer Klischeelastigkeit, die „maximal lächerlich“ sei.

Statt Dortmund als Stadt des Strukturwandels zu zeigen, würden die Filme immer noch das Bild eines sterbenden Industriestandorts voller Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit verbreiten. Sierau schloss seinen Brandbrief mit der spitzen Bemerkung, dass er persönlich nichts dagegen habe, wenn die Ermittler des Dortmund-Tatorts in den vorzeitigen Ruhestand versetzt würden.

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WDR: „Tatort ist Fiktion“

In einer kurzen Stellungnahme wies der WDR am Dienstagnachmittag die harten Vorwürfe zurück: Man würde im Dortmund-Tatort „ein vielschichtiges Bild der Stadt“ zeichnen, „etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder U.“

Weiter heißt es dort: „Der Tatort ist Fiktion – aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus – das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd.“

Zum Abschluss verweist der WDR noch auf die öffentlichen Vorführungen der einzelnen Folgen des Dortmund-Tatorts, bei denen es „sehr viel Applaus“ gegeben habe.

Auch bei Twitter sorgte Sieraus Brandbrief für viele Reaktionen:

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