Wegen Corona haben weniger Menschen Durchfall

Norovirus

Mit dem Coronavirus kamen viele negative Aspekte. Doch es gibt auch einen positiven Nebeneffekt, der zunächst kurios wirkt. Davon berichtet eine Krankenkasse.

Dortmund

27.11.2020, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus ist eine noch nie dagewesene Krise. Rasant steigende Infektionszahlen, viele Todesfälle und eine gebeutelte Wirtschaft.

Die Pandemie hat aber auch ihre positiveren Seiten. Da offenbar ein neues Bewusstsein für Hygiene in der Gesellschaft angekommen ist, haben deutlich weniger Menschen Durchfall, wie die Krankenkasse AOK Nordwest auch für Dortmund berichtet.

Kinder und Alte häufig betroffen

Das Norovirus ist zum größten Teil der Auslöser für eine nicht-bakterielle Durchfallerkrankung. Oder „Magen-Darm“, wie es auch gerne genannt wird. Die unschöne Krankheit kommt oft in Kombination mit Erbrechen, Fieber und Schmerzen.

Auf Basis von Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) sind nur 3.222 Fälle einer Norovirus-Infektion in Westfalen-Lippe in den ersten zehn Monaten dieses Jahres registriert worden. Im gleichen Zeitraum im Jahr 2019 waren es 6.624 Infektionen – also mehr als das Doppelte.

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An Orten wo sich viele Menschen aufhalten, breitet sich das Norovirus besonders schnell aus – in Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern zum Beispiel.

Bei einer Infektion empfiehlt die AOK Bettruhe, Schonkost und viel Trinken. Die Erkrankung sei meist nach ein bis zwei Tagen überstanden.

Oft sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen von Magen-Darm betroffen. Bei längeren Durchfallerkrankungen kann es bei ihnen zu Kreislaufproblemen kommen, da sie geringere Flüssigkeitsreserven haben.

Händewaschen ist der beste Schutz

AOK-Chef Tom Ackermann geht davon aus, dass die Hygiene-Maßnahmen im Zuge von Corona einen „positiven Nebeneffekt“ auf die Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Norovirus haben.

Denn gegen das Norovirus gebe es keine Impfung, so Ackermann. Der einzige Schutz vor den Erregern sei Hygiene – wie regelmäßiges und gründliches Händewäschen mit Seife. Nach dem Toilettengang, vor und nach dem Kochen und Essen.

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Das Norovirus verbreitet sich nämlich hauptsächlich über eine Schmierinfektion: Der Erreger wird von erkrankten Menschen über das Erbrochene oder über den Stuhlgang ausgeschieden – auch noch bis zu 14 Tage nach einer Erkrankung.

Bei mangelnder Hygiene bleibt das Norovirus dann an Gegenständen wie Türklinken oder auch Kleidung und Handtüchern hängen. Und dort können sie auch viele Tage überleben und infektiös bleiben. Auch Essen birgt ein Infektionsrisiko. Die Empfehlung der AOK ist auch hier Achtsamkeit.

Ähnlich wie beim Coronavirus ist aber auch eine Tröpfcheninfektion über die Luft bei dem Magen-Darm-Virus möglich. Deshalb gelten auch beim Norovirus ähnliche Schutzmaßnahmen: Wer krank war, soll bis zu zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome noch Abstand zu anderen Menschen halten.

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