In vielen Dortmunder Gemeinden wird es zu Weihnachten Gottesdienste nur im Internet geben. © Stephan Schütze
Kirchen und Corona

Weihnachten: Evangelische Kirche in Dortmund sagt Gottesdienste ab

Können und sollen Weihnachtsgottesdienste in Dortmunder Gemeinden trotz der verschärften Corona-Vorschriften stattfinden? Die Konfessionen gehen mit dieser Frage bislang unterschiedlich um.

Weihnachten ohne Gottesdienst? Für viele Menschen unvorstellbar. Im Corona-Lockdown müssen aber zumindest die evangelischen Christen in Dortmund auf den Kirchenbesuch verzichten.

Die Vorlage dazu hatte die Evangelische Landeskirche am Dienstagabend geliefert. Sie verschickte eine Empfehlung an ihre Gemeinden, „ab sofort und über die Weihnachtsfeiertage“ voraussichtlich bis zum 10. Januar auf alle Präsenzgottesdienste und andere kirchliche Versammlungen zu verzichten – auch auf Veranstaltungen unter freiem Himmel.

Verzicht auf Präsenzveranstaltungen

Man halte es angesichts der „deutlich veränderten Corona-Lage – trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte – für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden“, hieß es zur Begründung.

Klar ist, dass die evangelischen Gemeinden in Dortmund dem Rat folgen werden. Schon ab dem 4. Adventssonntag und bis zum 10. Januar werde es in den evangelischen Gemeinden in Dortmund keine Gottesdienste mit Besucherinnen und Besuchern vor Ort geben, teilte der Evangelische Kirchenkreis am Mittwoch (16.12.) mit.

„Wir tun dies mit großem Bedauern und mit eigener Trauer in unseren Herzen“, sagte Superintendentin Heike Proske. Aber man sei überzeugt, dass es angesichts der gestiegenen Infektionszahlen und der kritischen Situation auf den Intensivstationen ein Gebot der Vernunft sei, auf Ansammlungen von Menschen zu verzichten.

Einige Gemeinden hatten bereits Sicherheitsdienste organisiert

Beim Pfarrkonvent des Kirchenkreises, der am Mittwochvormittag tagte, wurde die Empfehlung ausgiebig diskutiert. Denn in vielen Gemeinden waren die Vorbereitungen für corona-angepasste Veranstaltungen mit Voranmeldung weit gediehen – bis hin zur Organisation von Sicherheitsdiensten.

„Den Konflikt, den wir auch in uns tragen, werden wir nicht lösen können“, erklärt Heike Proske. „Wir wissen, wie viel Energie, Aufwand und Organisationstalent alle Haupt- und Ehrenamtlichen investiert haben, um Gottesdienste in Formen zu planen, die den sehr ausgefeilten und guten Hygiene-Konzepten gerecht werden. Leider wird vieles in diesem Jahr nicht umgesetzt werden können.“

Katholiken in Dortmund: Bistum will an Gottesdiensten festhalten

Eifrig diskutiert wurde und wird auch auf katholischer Seite. Am Mittwochmittag verkündete das Erzbistum Paderborn, zu dem Dortmund gehört, die Entscheidung, an Präsenzgottesdiensten festzuhalten.

Man habe „umfangreiche Vorkehrungen getroffen, damit in den Kirchengemeinden gottesdienstliche oder gottesdienstähnliche Feiern im Einklang mit den zuletzt noch einmal verschärften Bestimmungen und Schutzmaßnahmen weiter geplant und dann auch gefeiert werden können“, teilte das Erzbistum mit.

Beratungen der Pastoralverbünde

Ob und in welchem Umfang aber die bisherigen Planungen in den katholischen Gemeinde in Dortmund zu Weihnachten umgesetzt werden, ist noch offen. Am Donnerstag tagen die Leitungen der Pastoralverbünde, um eine möglichst einheitliche Linie zu finden, berichtete Ludger Keite, Pfarrer im Pastoralen Raum Dortmund Ost.

Eine Konsequenz gibt es bereits: Der Freiluft-Gottesdienst, den das Katholische Forum gemeinsam mit der evangelischen Petri-Gemeinde zu Heiligabend an der Katharinentreppe in der City geplant hatte, wurde am Mittwoch abgesagt.

Sicher ist, dass beide Konfessionen digitale Angebote machen werden. Speziell an den Weihnachtstagen gibt es zahlreiche Gottesdienste im Internet. Einige evangelische Gemeinden – etwa in Brechten oder Hörde – haben auch Stationswege aufgebaut, auf denen Familien mit QR-Codes Musik und geistliche Impulse abrufen können.

Auch das eigene Zuhause könne ein Raum für Andacht und Gottesdienst sein, heißt es. Die katholische Kirche bietet im Internet Vorschläge zur Durchführung von Hausgottesdiensten.

Informationen im Internet

  • Genauere Informationen zu (Online-)Weihnachtsgottesdiensten gibt es auf den Internet-Seiten der einzelnen Kirchengemeinden oder der Pastoralen Räume.
  • Links zu den Internetseiten der katholischen Kirchengemeinden stehen im Katholischen Stadtplan im Internet unter www.stadtkirche-dortmund.de/katholischer-stadtplan/.
  • Infos zu den evangelischen Gemeinden gibt es unter www.ev-kirche-dortmund.de.
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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