Das Dortmunder Impfzentrum liegt auf dem Phoenix-West-Gelände in Hörde. © Oliver Volmerich
Corona-Schutzimpfung

Weil Impfstoff übrig war: Passanten in Dortmund spontan geimpft

Das war ein überraschendes Angebot für Passanten auf Phoenix-West: Sie wurden spontan mit übrig gebliebenem Impfstoff geimpft. Künftig will die Stadt auf solche Fälle besser vorbereitet sein.

Es soll Menschen geben, die abends rund ums Impfzentrum auf Phoenix-West spazieren gehen und darauf spekulieren, mit übrig gebliebenem Impfstoff kurzfristig geimpft werden zu können. Dieser Wunsch ging am Montag (10.5.) in Erfüllung.

Denn die Mitarbeiter des Impfzentrums gingen am Abend tatsächlich im wahren Wortsinn auf die Straße, um übrig gebliebene Impfdosen unters Volk zu bringen.

Der Montag war ein betriebsamer Tag im Impfzentrum auf Phoenix-West. Es gab im Tagesverlauf 2580 Impfungen, berichtete Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag. Dass bei der Masse an vergebenen Terminen am Ende Impfdosen übrig bleiben, ist zwar selten, kommt jedoch immer wieder einmal vor.

Am Montag waren zwölf aufgezogene Spritzen mit Astrazeneca übrig, „weil Menschen zu ihrer Zweitimpfung nicht erschienen waren“, berichtete Birgit Zoerner. Normalerweise würden dann Beschäftigte von Polizei und Feuerwehr alarmiert, die kurzfristig geimpft werden können. „Doch die wurden inzwischen alle geimpft“, so die Dezernentin.

Und auch sonst seien alle Versuche, Impfberechtigte aus den Prioritötengruppen 1 bis 3 „herbeizutelefonieren“, erfolglos geblieben. „Und dann ist man nach draußen gegangen und hat Menschen angesprochen, ob sie eine Impfung haben wollen würden“, erzählte Zoerner. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Angesprochenen einer Prioritätengruppe angehören, die bereits impfberechtigt ist. Das Ziel sei: „Bevor man etwas wegwirft, verimpft man die Reste, die übrig geblieben sind“, sagte Birgit Zoerner.

Bei der Stadt geht man davon aus, dass diese spontane Aktion ein Einzelfall bleibt. „Das wird keine Aktion sein, die sich von unserer Seite wiederholen sollte“, stellte die Dezernentin klar, die auch Leiterin des städtischen Krisenstabs ist. Man habe bereits für diesen Dienstag Listen mit Menschen aus der zurzeit aktuellen Prioritätengruppe zusammengestellt, die man kurzfristig erreichen kann.

Aber es soll auch grundsätzlich eine Lösung geschaffen werden – mit Hilfe einer technischen Plattform unter dem Titel „Impfbrücke“. Dort könne man sich registrieren und dann darauf warten, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt für einen kurzfristigen Impftermin angerufen werden kann, wenn es Überhänge im Impfzentrum gebe.

Wie man sich für die „Impfbrücke“ registrieren kann, will die Stadt in den nächsten Tagen mittteilen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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