Weitere Gemeinden starten zu Pfingsten Gottesdienste mit Corona-Schutz

mlzKirchen in Dortmund

Pfingsten ist der „Geburtstag“ der Kirche, heißt es. Gleich mehrere Gemeinden laden deshalb erstmals nach der Corona-Zwangspause zum Gottesdienst ein - ebenfalls mit Schutzmaßnahmen.

Dortmund

, 30.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bislang hat der Platz gereicht. Nur 50 Plätze bietet die Stadtkirche St. Reinoldi bei Gottesdiensten zurzeit. So wollen es die Corona-Schutzauflagen. Dazu gehören ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen zwei Personen, Handdesinfektion, Mund-Nasen-Schutz, Verzicht auf Berührungen und Gesang und das Eintragen in eine Liste, um Kontakte nachverfolgen zu können.

Und das Gottesdienst-Angebot wird trotz der Einschränkungen und Auflagen dankbar angenommen, wie Stadtkirchen-Pfarrer Michael Küstermann berichtet. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher sei in der Reinoldikirche kontinuierlich gestiegen. „Wir kommen schon an die Grenzen“, stellt er fest. „Man merkt, dass das Vertrauen gewachsen ist.“

Besucher halten Regeln ein

Die Besucher hätten sich schnell an die Auflagen zum Coronaschutz gewöhnt. „Die Leute sind sehr zufrieden“, sagt Küstermann. Und der Pfarrer selbst ist es auch.

Die guten Erfahrungen animieren wohl auch weitere Gemeinden, wieder Präsenz-Gottesdienste anzubieten.

Zu Pfingsten beendet etwa die Stadtkirche St. Petri die Corona-Pause. Am Pfingstsonntag (31.5.) um 11.30 Uhr wird hier der erste Gottesdienst unter Corona-Bedingungen gefeiert. Wie in Reinoldi ist die Zahl der Plätze auf 50 begrenzt. Auch die anderen Schutzbestimmungen gelten. Alle Konzepte wurden von der Leitung des Evangelischen Kirchenkreises abgenommen.

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Die Besonderheit in St. Petri: Hier wird der berühmte Amsterdamer Schnitzaltar, bekannt als „Goldenes Wunder“ von Dortmund während des Gottesdienstes von der Gold- auf die Gemäldeseite „gewandelt“.

Der berühmte Schnitzaltar in der Petrikirche wird am Pfingstsonntag wieder „gewandelt“.

Der berühmte Schnitzaltar in der Petrikirche wird am Pfingstsonntag wieder „gewandelt“. © Stephan Schütze

Den ersten Gottesdienst unter Corona-Schutzmaßnahmen feiert am Pfingstsonntag um 10 Uhr auch die Paul-Gerhardt-Gemeinde in der südlichen Innenstadt. Zugleich bleibt die Gemeinde wie zuletzt aber auch digital präsent. Der Pfingst-Gottesdienst wird aufgezeichnet und im Laufe der Woche dann über Youtube im Internet abrufbar sein.

Gemeinden setzen weiter auf digitale Angebote

Ganz auf digitale Angebote Video, Podcast, Telefon oder Messenger-Dienste setzt etwa die Elias-Kirchengemeinde im Dortmunder Westen. „Wir haben nie aufgehört, Gottesdienste zu feiern, sondern haben einfach die Form geändert“, heißt es aus dem Presbyterium. Daran will man bis auf Weiteres festhalten.

Dazu gehören auch die Teilnahme an der ökumenischen Aktion „Pfingsten zum Mitnehmen“, bei der vor evangelischen und katholischen Kirchen im Dortmunder Westen Karten zum Mitnehmen und Verschicken aufgehängt werden.

Pfarrerin Kerstin Schiffner und Pfarrer Michael Ortwald bei der Aufzeichnung des Video-Gottesdienstes in der Immanuel-Kirche.

Pfarrerin Kerstin Schiffner und Pfarrer Michael Ortwald bei der Aufzeichnung des Video-Gottesdienstes in der Immanuel-Kirche. © Stephan Schütze

Und der katholische Pfarrer Michael Ortwald vom Pastoralverbund am Revierpark und die evangelische Pfarrerin Kerstin Schiffner aus der Elias-Gemeinde feiern wieder einen ökumenischen Videogottesdienst - diesmal in der Immanuel-Kirche in Marten. Er ist am Sonntag um 10 Uhr über RN.de zu sehen.

In den katholischen Gemeinden der Stadt wird in fast allen Kirchen zu Pfingsten wieder Gottesdienst gefeiert. Die Gläubigen sind dabei bislang noch zurückhaltend, wie Michael Ortwald feststellt. Zu Pfingsten wolle man deshalb möglichst viele Angebote ins Freie verlagern, dann auch wieder mit der Möglichkeit zu singen. Das Wetter scheint mitzuspielen.

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