Welt- und Europameister schwelgen bei zwanglosem Austausch in "schönen Erinnerungen"

mlzEhemalige Rad-Profis

Frotzeln, lachen, fachsimpeln – das steht am letzten Tag des Jahres im Vordergrund. Dazu trafen sich nämlich Radsportler, Kunden und Freunde des Modehauses Wilhelm XXL. So war das Promi-Treffen.

Dortmund

, 31.12.2019, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein lockeres, ungezwungenes Treffen zwischen Café-Ecke und 500 Quadratmeter großer Verkaufsfläche. Neben Übergrößen-Mode gibt es zum End- und Höhepunkt des 100-jährigen Wilhelm-XXL-Jubiläums an Silvester viel Interessantes zu entdecken. „Es ist ein kleines Dankeschön an unsere Kunden“, sagt Andreas Wilhelm, der das Bekleidungsgeschäft in dritter Generation geführt. „Vor allem nach einem solch´ erfolgreichen Jahr.“

Im Gegensatz zum Trend im Einzelhandel habe Wilhelm XXL deutlich zugelegt. „Die Kunden honorieren unsere persönliche Beratung und den guten Service.“ Ihm gehe es um Individualität, zu der auch das familiäre Treffen am Jahresende gehöre.

Das Wichtigste: Ein sauberes Rad

„In gemütlicher Atmosphäre kann man hier schöne Erinnerungen austauschen“, lobt Frank Ommer, Deutscher Meister und Militär-Weltmeister 1983, bei seiner Premiere am Ostwall. „Zu Weihnachten bin ich auf Mallorca mit Erik Zabel und Peter Sagan herumgefahren“, gibt er zum Besten. „Das Wichtigste ist“, so Ommer, „dass das Rad sauber ist.“ Er spricht es aus und lacht laut los. „Das sage ausgerechnet ich, der früher im Gelände unterwegs war.“ Quietschende Ketten oder schmutzige Räder mochte er schon damals nicht. Heute erst recht nicht. „Als Inhaber einer Reinigungsfirma lege ich viel Wert auf Sauberkeit.“

Frank Ommer, Ex-Militär-Weltmeister im Rad-Cross, genoss die lockere Atmosphäre und den Erfahrungsaustausch mit seinen "Kollegen".

Frank Ommer, Ex-Militär-Weltmeister im Rad-Cross, genoss die lockere Atmosphäre und den Erfahrungsaustausch mit seinen "Kollegen". © Oliver Schaper

„Eine schöne Gelegenheit für ungezwungenen Austausch zwischen früheren Gegnern“ sieht Ernst Clausmeyer im Treffen. „Mit heutigem Abstand kann man Vieles gelassener sehen“, sagt der Organisator früherer Großereignisse wie der Sechs-Tage-Rennen und „Weihnachtspreis der Steher“ in der Westfalenhalle. Und: "Frotzeln macht immer noch Spaß.“

Versäumnisse wirken nach

Etwas wehmütig blickt der mehrmalige Deutsche Amateurmeister und Mentor von Rad-Profis wie Rolf Aldag und Erik Zabel auf Großereignisse in und „Rund um Dortmund“, dem früheren Straßen-Klassiker der Region, zurück. „Es wurde versäumt, Radsportbahnen zu bauen“, kritisiert Clausmeyer. „Im heutigen Straßenverkehr ist nicht mehr viel möglich“, weiß er durch eigene Ausfahrten, unter anderem mit XXL-Chef Andreas Wilhelm. „Da kann man Jugendliche nicht mehr gefahrlos trainieren.“

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Promis des Radsports treffen sich zum Jahresende in Dortmunder Modegeschäft

Wenige Stunden vor dem Jahreswechsel gab es im Bekleidungsgeschäft "Wilhelm XXL" ein ganz besonderes Treffen. Traditionell fanden sich Kunden, Freunde und ehemalige Radsportgrößen in entspannter Atmosphäre zusammen, um in "schönen Erinnerungen" zu schwelgen. Diesmal stand das Treffen mit Welt-, Europa- und Deutschen Meistern ganz im Zeichen des 100-jährigen Betriebsjubiläums.
31.12.2019
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Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper
Frotzeln, lachen und fachsimpeln, unter diesem Motto trafen sich Radsportler, Freund und Kunden von Wilhelm XXL kurz vor dem Jahreswechsel.© Oliver Schaper

Die Anforderungen für Outdoor-Events seien derart aufwendig, dass sie sich kaum noch lohnen. „Für den Sparkassen-Giro in Bochum müssen allein Barrieren mit 70.000 Litern Wasser aufgestellt werden“, verdeutlicht der Organisator des internationalen Radrennens, das stets kurz nach der Tour de France stattfindet. Zudem erhalte der Radsport nicht die Anerkennung, die ihm gebühre. „Als John Degenkolb die beiden Leuchtturm-Klassiker Paris – Roubaix und Mailand – San Remo in einem Jahr gewann, war das kaum eine Meldung wert.“ Umso wichtiger seien solche Treffen wie das bei Andreas Wilhelm.

40 Jahre lang Schrittmacher

„1989 wurde ich mit Torsten Rellensmann Deutscher- und Europa-Meister sowie Dritter bei der Steher-Weltmeisterschaft in Lyon“, blickt Manfred Schmadtke auf seine Karriere als Schrittmacher zurück. 40 Jahre lang fuhr der Dortmunder bei Derny-Rennen vorne weg, mit namhaften Begleitern wie Andreas Beikirch hinten an der Rolle. Zumeist in der Westfalenhalle, aber auch bei internationalen Meisterschaften in Moskau und Japan. „32 Medaillen hängen bei mir zu Hause an der Wand“, ist der ehemalige Vorsitzende des Radsportvereins Sturm Hombruch stolz.

Beim Treffen von ehemaligen Radsportgrößen verwöhnte XXL-Chef Andreas Wilhelm (r.) auch (v.l.) den ehemaligen Schrittmacher Manfred Schmadtke und Amateurfahrer Dieter Doering.

Beim Treffen von ehemaligen Radsportgrößen verwöhnte XXL-Chef Andreas Wilhelm (r.) auch (v.l.) den ehemaligen Schrittmacher Manfred Schmadtke und Amateurfahrer Dieter Doering. © Oliver Schaper

Dieter Doering, der neben ihm sitzt, fuhr früher Jugend- und Amateurrennen, freut sich jedes Jahr auf das Treffen bei Wilhelm XXL. „Hier trifft man sich ungezwungen und erzählt von damals“, sagt er. „Früher habe ich die meisten von denen die hier sind, links und rechts an mir vorbeifahren gesehen, jetzt reden wir auf Augenhöhe.“ Und genau darum geht es auch dem Radsportfreund und XXL-Chef Andreas Wilhelm immer am Ende eines jeden Jahres.

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