Weltkriegsbombe: Entschärfung gelingt nach Mitternacht

Blindgänger-Fund

In Dortmund wurde am Dienstag (27.10.) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. 1000 Menschen wurden evakuiert – erst deutlich nach Mitternacht wurde die Bombe entschärft.

Dortmund

, 27.10.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am Dienstagnachmittag ist in der Gleiwitzstraße 200 ein britischer 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden
  • Rund 1000 Menschen sind seit 19 Uhr von der Evakuierung betroffen
  • Ein Anlaufpunkt für die Anwohner ist die Gesamtschule Scharnhorst
  • Menschen unter Corona-Quarantäne werden an einen anderen sicheren Ort gebracht
  • Erfolgreiche Entschärfung mitten in der Nacht

Circa 1000 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.

Der Evakuierungsradius: Circa 1000 Menschen sind betroffen. © Stadt Dortmund

0.40 Uhr: Erfolgreiche Entschärfung und Aufhebung der Evakuierung

Jetzt ist die Nachtschicht für den Kampfmittelräumdienst und die Evakuierung für gut 1000 Menschen beendet. Die Weltkriegsbombe wurde eine gute halbe Stunde nach Mitternacht erfolgreich entschärft. Alle Menschen, die im Umfeld des Fundortes evakuiert werden mussten, dürfen wieder in ihre Wohnungen zurück.

23.55 Uhr: Die Entschärfung hat begonnen

Nachdem bei der Nachkontrolle noch mehrere Personen im Evakuierungsgebiet entdeckt wurden, konnte wiederum mit etwas Verzögerung nun mit der Entschärfung begonnen werden. Es sind zahlreiche Kräfte im Einsatz und 112 Menschen haben die Gesamtschule Scharnhorst aufgesucht, wie die Stadtverwaltung twittert:

23 Uhr: Eine Person verweigert sich - und verzögert alles

Wie Stadtsprecher Maximilian Löchter mitteilt, gibt es immer noch mit einem Haushalt Probleme. Eine Person weigere sich, die Wohnung zu verlassen. „Leider dauert es immer noch“, sagt er. So kann mit der Entschärfung der Bombe vorerst nicht begonnen werden.

22.20 Uhr: Entschärfung könnte vor Mitternacht beginnen

Das Evakuierungsgebiet ist so gut wie geräumt. Letzte Krankentransporte müssen noch abgeschlossen werden. „Dann wird das Gebiet noch einmal nachkontrolliert und geguckt, ob wirklich alle Bewohner das Gebiet verlassen haben“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Er bedankt sich ausdrücklich bei den Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Geduld.

Wenn es zu keinen Verzögerungen mehr kommt, kann vor Mitternacht mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe begonnen werden. Wenn alles glatt läuft, ist die Bombe dann spätestens nach 45 Minuten entschärft.

21.35 Uhr: Die Evakuierung ist fast abgeschlossen

Die Evakuierung nähert sich dem Ende. Allerdings gibt es mit einigen Anwohnern gerade Probleme. Die Polizei muss hinzugezogen werden. Dies twittert die Stadtverwaltung:

21 Uhr: 36 Bürger werden in der Turnhalle der Gesamtschule versorgt

Die Evakuierung läuft. 36 Personen werden in der Aula der Gesamtschule Scharnhorst von den Johannitern und Helfern der Freiwilligen Feuerwehr bisher betreut und versorgt. Es wurden neun Krankentransporte gefahren.

Corona erschwert die Evakuierung insofern, alsdass gehbehinderte Personen nicht per Sammeltransport aus dem Evakuierungsgebiet gebracht werden können. Sie werden einzeln zur Gesamtschule gefahren.

Wann die Evakuierung abgeschlossen und mit der Bombenentschärfung begonnen werden kann, dazu gibt es bislang keine Auskünfte.

Ein Evakuierungsbus bringt die Menschen in Scharnhorst aus dem Evakuierungsgebiet zur Gesamtschule.

Ein Evakuierungsbus bringt die Menschen in Scharnhorst aus dem Evakuierungsgebiet zur Gesamtschule. © Schaper

19.15: Evakuierung gestartet - Corona-Infizierte werden an geheimen Ort gebracht

Der Evakuierungsbus steht in der Gleiwitzstraße bereit, um die Menschen, die wollen, zur Gesamtschule Scharnhorst zu bringen. Die Zugangsstraßen im Radius sind alle gesperrt. Das Ordnungsamt geht jetzt von Tür zu Tür, um die Anwohner auf die Evakuierung aufmerksam zu machen.

Wohin die Menschen gebracht werden, die in dem Evakuierungsgebiet mit dem Coronavirus infiziert oder in Quarantäne sind, verrät die Stadt derweil nicht - „zur Sicherheit der betroffenen Personen“, wie es von Stadtsprecher Maximilian Löchter heißt.

So hatten wir zunächst berichtet (17.05 Uhr):

Wegen einer Entschärfung müssen viele Dortmunder im Stadtteil Scharnhorst ihre Wohnungen am Dienstagabend verlassen.

Wie die Stadt Dortmund am Dienstagnachmittag (27.10.) mitgeteilt hat, ist an der Gleiwitzstraße 200 ein britischer 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden - im Rahmen von Planungen zum Breitbandausbau. Dieser Blindgänger muss noch am gleichen Tag durch einen Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Arnsberg entschärft werden, heißt es.

Kampfmittelexperte Rainer Woitschek ist in der Gleiwitzstraße vor Ort, um den Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg zu entschärfen.

Kampfmittelexperte Rainer Woitschek ist in der Gleiwitzstraße vor Ort, um den Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg zu entschärfen. © Oliver Schaper

Aus diesem Grund müssen circa 1000 Anwohner aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Corona-erkrankte Personen werden an einen für sie und andere sicheren Evakuierungsort gebracht, heißt es. Wie viele Personen im Evakuierungsgebiet aktuell unter Quarantäne stehen, könne man allerdings noch nicht sagen. „Wir sind gerade dabei, das herauszufinden“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter im Gespräch mit der Redaktion.

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Davon hänge auch ab, wann die Entschärfung des Blindgängers beginnen kann. Die Stadt plant, die Evakuierung um etwa 19 Uhr zu starten. „Wie lange das dann dauert, hängt ein bisschen von den Krankentransporten ab“ und auch davon, „wie kooperativ die Leute sind“, sagt Löchter. Doch da setze man auf das Verständnis der Leute.

Evakuierung unter Corona-Bedingungen an der Gesamtschule Scharnhorst

Die Anwohner haben die Möglichkeit, in der Gesamtschule Scharnhorst in der Zeit während der Entschärfung untergebracht zu werden – natürlich im Rahmen der aktuellen Corona-Bestimmungen, heißt es. „Wir haben eine extra geräumige Schule gewählt“, sagt Löchter.

Normalerweise ist es bei solchen großen Evakuierungen oft so, dass die Leute in einer Turnhalle untergebracht werden. Das sei unter den Voraussetzungen der aktuellen Corona-Situation nicht möglich. „In der Gesamtschule können wir die Leute getrennt in den Klassenräumen unterbringen“, sagt Löchter.

Auch ÖPNV betroffen

Von der Evakuierung ist auch der Öffentliche Personennahverkehr betroffen: Auf den Buslinien 424, 425 und 427 kommt es zu Einschränkungen. Diese müssen den evakuierten Bereich weiträumig umfahren. Daher können die Haltestellen „Lautastraße“, „Mansfeldstraße“, „Gleiwitzstraße“, „Labandstraße“ und „Siegfried-Drupp-Straße“ jeweils in beide Fahrtrichtungen nicht angefahren werden.

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