Weltstand Hombruch testet neuerdings "mafiafreie" Produkte

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Kirchentag, Projekte und eine kontinuierliche Vernetzung sowie Sortimentserweiterung - der Weltstand Hombruch hat sich für das laufende Jahr einiges auf die Agenda geschrieben.

von Anika Hinz

Hombruch

, 12.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten von Klimaschutz und Tierwohl-Aktivismus setzt auch der Weltstand Hombruch zunehmend auf ein nachhaltiges Angebot. "Während Supermärkte nur zu 20 Prozent biologische Waren verkaufen, sind es bei uns 100 Prozent", sagt Mitglied Barbara Joswig.

Sie erzählt, dass die Hauptaufgabe des Weltstandes sei, sowohl national als auch global, eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen. „Dabei geht es vor allem um die Produktion von Lebensmitteln. Noch immer gibt es viel Kinderarbeit. Das ist unmöglich", sagt sie. Neben der Verarbeitung geht es dem Weltstand aber auch um den Transport von Nahrungsmitteln. Wie wichtig dieser ist, stellen die Mitarbeiter auf dem Kirchentag im Juni vor.

Auf dem Kirchentag wird es saisonal, regional, fair und öko

Wie und was esse ich eigentlich? Diese Frage klärt der Weltstand Hombruch auf dem diesjährigen evangelischen Kirchentag. Barbara Joswig erklärt, warum es wichtig ist, dass sich Leute darüber informieren, wo ihre Waren herkommen: „Wenn wir einfach blind einkaufen und nicht darauf achten, dass zum Beispiel manche Früchte über den halben Kontinent geschifft werden, ist das ein Problem“.

Weltstand Hombruch testet neuerdings "mafiafreie" Produkte

Dass die Nahrungsmittelproduktion nicht selbstverständlich ist, zeigt der Weltstand Hombruch auch den Konfirmanden der Kirchengemeinde. © Weltstand Hombruch

Sie spielt damit auf die globale Klimaproblematik an und verweist darauf, dass jeder einzelne etwas zum Schutz der Umwelt tun kann. „Beim Kirchentag zeigen wir, wie man regional und saisonal einkauft und dass man eben auch Kartoffeln und Obst beim örtlichen Bauern bekommt.“

Nicht nur regionale und saisonale Produkte beim Weltstand

Produkte vom örtlichen Bauern sucht man beim Weltstand Hombruch trotzdem vergeblich. Viele der angebotenen Lebensmittel kommen von weit her, teilweise sogar vom Äquator. Wie passt das zusammen? „Kaffee, Kakao und Tee wachsen nun mal nicht vor der Dortmunder Haustür“, erklärt Joswig. „Mit unseren fairen Preisen wollen wir die Existenz der Bauern in den exotischen Ländern sichern“, fügt sie hinzu.

Um den Schutz von Existenzen geht es dem Weltstand auch bei der Sortimentserweiterung. So testen die Mitglieder momentan sogenannte „mafiafreie Produkte“. Das sind Lebensmittel aus dem Süden Italiens, zum Beispiel Nudeln, Pesto und Kräuter. „Viele der italienischen Bauern sind in den Fängen der Mafia. Durch eine Unterstützung von unabhängigen Produkten nehmen wir der Mafia ihre Gewichtung in den Prozessen“, sagt Joswig. Nach einer erfolgreichen Testphase sollen die mafiafreien Produkte in den Verkauf genommen werden. Beim Weltstand Aplerbeck seien sie schon länger im Angebot.

Für 2019 hat der Weltstand noch viel vor. Beim Tag der Vereine am 1. September (Sonntag) sind sie dabei und auf der Nachhhaltigkeitsmesse „Fair Friends“, die vom 5. bis zum 8. September stattfindet, haben sie einen Stand.

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