Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

SPD in Dortmund

Die Nachricht, dass der SPD-Vorsitzende Martin Schulz Außenminister werden soll, traf am Mittwoch bei der Dortmunder SPD nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Genossen begrüßen aber die Trennung des Ministeramtes vom Parteivorsitz.

Dortmund

, 07.02.2018, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gemeinsam mit den Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordneten Sabine Poschmann und Marco Bülow im September 2017.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gemeinsam mit den Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordneten Sabine Poschmann und Marco Bülow im September 2017. © Dieter Menne

Wir haben mit Dortmunds bekanntesten Genossen über die GroKo und Martin Schulz als Außenminister gesprochen:


Das sagt die Parteivorsitzende Nadja Lüders:

Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

© Redaktion

„Ich hoffe, er hat mit Gabriel geredet“, sagte süffisant die Dortmunder Parteivorsitzende Nadja Lüders in einer ersten Reaktion mit Blick auf den amtierenden SPD-Außenminister. Schulz könne Europa, fügte sie hinzu, vertrete klare Positionen zu Trump, Putin und Erdogan. „Ich trau ihm das zu“, sagte Lüders, „doch darum geht es gar nicht.“ Weil sie gegen eine weitere Große Koalition sei, stelle sich die Frage für sie nicht. Sie erschüttere nur, dass solch eine Personalie „wieder die Schlagzeile ist“.


Das sagt Norbert Schilff (Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion):

Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

© Lutz Kampert

Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Norbert Schilff, hatte es soeben aus dem Radio erfahren, als er sagte: „Generell halte ich es nicht für gut, wenn ein Parteivorsitzender in der Regierung sitzt. Das tut einer Regierung nicht gut.“. Da wusste Schilff noch nicht, dass Andrea Nahles den Parteivorsitz übernehmen soll.


Das sagt die Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann:

Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

© Stephan Schütze

„Meine Präferenz wäre gewesen, dass Schulz Parteivorsitzender bleibt und Andrea Nahles in die Regierung geht.“ Poschmann wollte die für Mittwochabend terminierte Diskussion innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion nicht vorwegnehmen, nur soviel: „Ich finde es gut, dass man Ministeramt und Vorsitz trennt.“


Das sagt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow:

Wenig Beifall für Martin Schulz als Außenminister

© Dan Laryea

Der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, Gegner einer GroKo-Neuauflage, zeigte sich enttäuscht von den Koalitionsvereinbarungen. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er, einige Bereiche zeigten eine sehr konservative Handschrift, in anderen Bereichen würden Pflaster verteilt, wo eigentlich deutliche Veränderungen her müssten. „Darüber darf auch eine Verschiebung bei den Ministerien nicht hinwegtäuschen, denn am Ende zählen die Inhalte.“

Lesen Sie jetzt
Schulz will Außenminister werden
Koalitionsvertrag der Großen Koalition steht

Verhandeln, bis es quietscht“ - so sieht das also aus. Zuletzt ging es zwischen Union und SPD auch um die Verteilung der Ressorts. Die SPD konnte einen guten Schnitt machen. Ob das reicht, die Mitglieder zu überzeugen?

Lesen Sie jetzt