Kaum Betrieb am Impfzentrum? Zumindest auf diesem Foto vom Donnerstagvormittag wirkt es so. © Schaper
Corona-Impfung

Wenig los: Schließt das Impfzentrum Dortmund bald am Wochenende?

Was tun mit einem Impfzentrum, wenn nicht mehr viel los ist? Ein Dortmunder Arzt sagt: Für Phoenix-West gibt es schon die Überlegung, manchmal zu schließen. An einigen Tagen zumindest.

Man würde viel mehr schaffen als den aktuellen Betrieb. Daran besteht kein Zweifel. In den ersten Wochen nach der Eröffnung gab es auf Phoenix-West täglich Impfungen im vierstelligen Bereich. Und der Stresstest bestimmte das Maximum.

Auf etwa 3500 verabreichte Spritzen kam man an einem Tag. Da waren viele Impfstraßen offen, viele Ärzte und Helfer waren den ganzen Tag im Einsatz. Aktuell aber ist es leerer im Dortmunder Impfzentrum. Deutlich leerer. Hat das Auswirkungen auf die Öffnungszeiten?

Schwierig: Wie viele Ärzte werden gebraucht?

„Es ist ja ein staatliches Gesamtpaket an den Bürger“, sagt Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Die KVWL stellt das Personal – also Ärzte und weiteres medizinisches Personal. Die Stadt Dortmund organisiert über das Gesundheitsamt die Logistik am Ort und betreibt das Zentrum.

Insofern müsse man sich einigen. „Wir hätten es natürlich gerne, wenn die beiden Schichten über Wochen hin durchimpfen könnten“, erklärt KVWL-Sprecher Daniel.

Wenn es dauerhaft leerer sei, könne man aber auch nicht die Schichten so voll lassen.

„Können das Geld des Landes nicht aus dem Fenster werfen“

150 Euro pro Stunde bekomme ein Arzt, 40 Euro ein Helfer. „Ja, das ist durchaus lukrativ, aber das soll es ja auch sein“, so Daniel weiter. „Nur können wir auch nicht das Geld des Landes NRW aus dem Fenster werfen.“ Denn die Stadt betreibt das Impfzentrum nur, das Geld kommt vom Land.

Die Terminplanung sei generell „eine große Herausforderung“, verdeutlicht Daniel. Egal, ob Arzt oder MFA – es seien „Menschen, die auch in einem anderen Berufsverhältnis stehen“.

Oder, klarer ausgedrückt: Ist ein Arzt im Impfzentrum, kann er nicht gleichzeitig in seiner Praxis sein. Er kann seine Praxis aber auch nicht spontan schließen, wenn er anderswo gebraucht wird.

Manchmal sucht man „händeringend nach Personal“

„Es gibt zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, die sagen: Ich kann montagsvormittags mithelfen oder genau dann und dann“, so KVWL-Sprecher Daniel. Es könne aber auch sein, dass man kurzfristig Schichten absagen müsse oder aber „händeringend nach Personal suche“ – erst recht in den typischen Urlaubszeiten.

Und eine Reduzierung der Öffnungszeiten? Der Sprecher sagt nichts konkret dazu, ein Arzt aus Dortmund aber schon.

„Wir überlegen durchaus, die Impfzentren sonntags zu schließen“, verrät Dr. Prosper Rodewyk, Hausarzt aus Hörde, Bezirkssprecher der KVWL und als solcher mit kurzem Draht ins Impfzentrum. Dazu müsse man allerdings abwarten, wie sich die Auslastung entwickele in nächster Zeit.

Auf den Samstag allerdings wolle man nicht verzichten. Das sei der Tag, an dem man viele Berufstätige erreichen könne, die es von montags bis freitags nicht ins Impfzentrum schaffen könnten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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