Die Corona-Pandemie bringt Dortmunds Restaurants und Caterer in Existenznot

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In Dortmund bekommen auch Gastronomen die Coronavirus-Pandemie zu spüren. Das hat auch damit zu tun, dass in Dortmunds Firmen kaum noch Häppchen gegessen werden.

Dortmund

, 13.03.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Olaf Kerstings Geschäft steht zum Glück auf verschiedenen Standbeinen. Mit seinem Partyservice beliefert er nicht nur Firmen, sondern auch private Veranstaltungen. Außerdem bietet er einen Mittagstisch in seinem Geschäft in Lütgendortmund an.

Wenn er sich nur auf das Firmencatering verlassen müsste, sähe es düster für Kersting aus. Ob die Suppe für die Konferenz oder die Häppchen für die Abendveranstaltungen - wenn Firmen ihre Veranstaltungen absagen, gehen auch den Caterern Einnahmen durch die Lappen. Und in Dortmund, das mit mehreren Corona-Infizierten ebenfalls von der Pandemie betroffen ist, scheint kaum noch eine Firma zu Häppchen und Canapés einzuladen.

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Kersting rettet im Moment vor allem der Mittagstisch. Ein paar Monate könne er wohl noch durchhalten, erzählt er im Gespräch mit der Redaktion. So kann er zumindest seine Mitarbeiter halten. Zwar arbeiten alle gerade weniger, kündigen muss er aber niemandem.

Für Messe-Caterer kann die Lage existenzbedrohend sein

Dramatischer ist die Lage bei Caterern, die ihr Hauptgeschäft mit den Dortmunder Messen machen. Das bekommt Kersting aktuell bei Kollegen mit. Fünf Messen, die eigentlich demnächst in den Westfalenhallen stattfinden sollten, wurden wegen des Coronavirus auf den Spätsommer verschoben. Für wen das Messe-Catering das Hauptgeschäft war, „der ist erstmal tot“, sagt Kersting.

Auch andere Gastronomen in Dortmund kämpfen mit Umsatzeinbußen. Philipp Schneider vom Edel-Restaurant „Der Schneider“ kämpft ebenfalls mit sinkenden Gästezahlen. Mit Sorge sieht er seine finanziellen Rücklagen schwinden. Sie würden länger reichen, wenn er Personal entlassen würde, doch das will der Gastronom nicht.

Klaus Schiemann ist Betriebsleiter vom Steak-Restaurant Pfefferkorn am Hohen Wall. Er schätzt, dass er seit Anfang des Monats zwischen 200 und 300 Stornierungen von Gästen erhalten hat. „Und das nur an einem Standort“, sagt Schiemann. Auch fürs Wochenende hat es schon Absagen gegeben, auch von vielen Stammgästen aus dem Ausland. „Eine Gruppe Fans aus Norwegen, die sonst immer hier ist, hat uns schon geschrieben“, erzählt Schiemann. Auch die bleiben weg.

Staat soll Gastronomen unter die Arme greifen

82 Prozent der Gastronomiebetriebe in NRW leiden wegen des Coronavirus unter Umsatzeinbußen. Das sagt Dehoga, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Auch dort beobachtet man, dass besonders jene Gastronomen, die normalerweise Messebesucher bewirten, unter den Absagen leiden.

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Der Verband fordert deshalb den Staat auf, die Betriebe staatlich zu unterstützen. Liquiditätshilfen und Fördermaßnahmen schlägt Dehoga-Präsident Bernd Niemeier vor, außerdem steuerliche Entlastungen der Gastronomie-Betriebe.

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