"Wenn Köpfe rollen . . ."

DORTMUND Je nach politischer Coleur ist der Verantwortliche für die Bargeldaffäre im Rathaus ausgemacht. Rot-Grün meint, OB Langemeyer (SPD) sei nicht verantwortlich für die hochkriminellen Handlungen einer ehemaligen städtischen Mitarbeiterin. Für die CDU ist er genau derjenige, der die Gesamtverantwortung trägt.

von Von Gaby Kolle

, 27.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die disziplinarischen Untersuchungen "müssen sich auf sämtliche Hierarchieebenen beziehen", fordert Dr. Jürgen Brunsing, grüner Sprecher im Rechnungsprüfungsausschuss. Für Rot-Grün sind durch die Zusammenlegung von vier bis dahin eigenständigen Ämtern zum OB-Amt im Jahr 2002 Sicherheitslücken entstanden und nicht erkannt worden.

Die disziplinarischen Untersuchungen "müssen sich auf sämtliche Hierarchieebenen beziehen", fordert Dr. Jürgen Brunsing, grüner Sprecher im Rechnungsprüfungsausschuss. Für Rot-Grün sind durch die Zusammenlegung von vier bis dahin eigenständigen Ämtern zum OB-Amt im Jahr 2002 Sicherheitslücken entstanden und nicht erkannt worden.

SPD und Grüne begrüßen die Maßnahmen, die seit Auffliegen der Veruntreuung für mehr Sicherheit ergriffen wurden, aber verlangen mehr, wie z.B. einen bedarfsgerechten Etat für das OB-Amt und künftige Kontrollen neuer Verwaltungseinheiten nach spätestens zwei Jahren.

"Entsetzt und erschüttert" reagierte die CDU. "Wieder einmal zeigt sich", so Fraktionschef Frank Hengstenberg, "dass der Oberbürgermeister seinen Laden nicht im Griff hat." Sollte dem OB nur die Entlassung seines Amtsleiters einfallen, sei das zu kurz gesprungen. Der Prüfbericht zeige, dass auch andere Ämter wissentlich und unwissentlich weggeschaut hätten. Hengstenberg nennt die Stadtkasse und die Kämmerei. "Wenn schon Köpfe rollen, dann auch dort."

Die CDU-Fraktion erinnert daran, dass Langemeyer die ehemalige direkte Vorgesetzte der Beschuldigten versetzt und zur kaufmännischen Leiterin aller städtischen Kindergärten gemacht hat. "Und das ohne einen notwendigen Beschluss der politischen Gremien", sagt Hengstenberg.

Für FDP/Bürgerliste haben "katastrophale Strukturen und persönliche Versäumnisse der Verantwortlichen" die jahrelange Unterschlagung erst möglich gemacht. Die Fraktion fordert die Ausweitung der Untersuchung auf alle Stadtämter und die Prüfung der Zahlvorgänge auch weit vor 2002: "Wir wollen wissen, ob es deutliche Unterschiede vor der Zeit dieser Mitarbeiterin gegenüber später gibt und ob sich das kriminelle Verhalten der Beschuldigten auf Bargeschäfte beschränkt hat oder auch Kontoabwicklungen betroffen sind," so Fraktionschefin Dr. Annette Littmann. Der OB soll am 11.10. im Rechnungsprüfungsausschuss Rede und Antwort stehen. 

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