Wenn man mit dem Tod alleine ist

31.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Notfallseelsorger und Pfarrer: Matthias Mißfeld. Wegener</p>

<p>Notfallseelsorger und Pfarrer: Matthias Mißfeld. Wegener</p>

Herzinfarkt. Für den alten Mann kommt jede Hilfe zu spät, für seine Ehefrau bricht mehr als eine Welt zusammen - denn sie hat keine anderen Angehörigen, mit denen sie ihre Trauer teilen kann. "Das kommt aufgrund der demografischen Entwicklung immer häufiger vor", sagt Pfarrer Matthias Mißfeld. Der Notfallseelsorger - oder einer von weit über 100 Kollegen - wird in solchen Fällen vom Rettungsdienst alarmiert. "Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, beim Abschiednehmen zu helfen", erklärt sein Kollege Gerrit Funke.

Auch die Polizei verständigt in Dortmund die Krisenhelfer. Nicht nur, wenn die Beamten Verwandte nach dem Überbringen einer Todesnachricht nicht alleine lassen wollen - im Falle eines Selbstmordes geht der Notfallseelsorger in vielen Fällen gleich mit. Etwa zwei Einsätze in der Woche haben die professionellen Gesprächspartner, die entweder evangelische oder katholische Pfarrer sind oder besonders geschulte Ehrenamtliche.

Gestern trafen sich die evangelischen Notfallseelsorger mit Vertretern des Rettungsdienstes in der Feuerwehr, um ihre Zusammenarbeit zu optimieren. Ein weiteres Treffen soll im April stattfinden. Ein großes Problem für die Helfer ließ sich gestern allerdings nicht aus der Welt schaffen: Das Auftauchen der Mordkommission. Denn immer, wenn ein Notarzt den Grund für den Tod nicht erkennen kann, muss er laut Gesetz "Todesursache ungeklärt" im Totenschein ankreuzen. Mit der Folge, dass die Polizei anrückt und die Leiche beschlagnahmt wird. "Das ist für die Angehörigen natürlich sehr belastend. Oft fühlen sie sich kriminalisiert, zudem dürfen sie den Verstorbenen dann nicht mehr anfassen", erläutert Mißfeld. weg

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