Was steckt hinter dem Fake-Brief an die Flughafen-Gegner?

mlzAirport Dortmund

Der vermeintliche Brief von EDG-Geschäftsführer Hengstenberg an die Flughafen-Gegner hat für Wirbel gesorgt. Hengstenberg hat seine eigene Theorie, was der wahre Absender damit bezweckt.

Dortmund

, 08.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Hengstenberg ist ein alter Hase im Politik-Betrieb. Der Geschäftsführer der Dortmund Entsorgung GmbH (EDG) ist ehemaliger CDU-Ratsherr und war als solcher auch Fraktionsvorsitzender. Fake-Briefe wie der, den die Schutzgemeinschaft Fluglärm (SGF) am 2. September erreichte, hätte er wohl hinterfragt, bevor er damit an die Öffentlichkeit gegangen wäre. Zumal das Wort Glosse rechts klein oben drüber stand.

Nicht so Helmut Papenberg, SGF-Unterstützer aus Unna, an den der angeblich von Hengstenberg verfasste Brief adressiert war, und seine Mitstreiter. Papenberg las ihn am Sonntag (6.9.) bei der Demonstration gegen die geplante Verlängerung der nutzbaren Start- und Landebahn öffentlich vor. In dem Schreiben wird eine entsprechende Unterschriftenaktion der Schutzgemeinschaft lächerlich gemacht, der Protest als Abfall dargestellt, der von der Stadt- und EDG-Spitze in der blauen Altpapiertonne entsorgt wird.

Bei Hengstenberg entschuldigt

Papenberg hat sich bereits am Sonntag in einem langen Telefongespräch mit Hengstenberg dafür entschuldigt, dass die Schutzgemeinschaft dem Fake-Schreiben aufgesessen ist.

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Weder er persönlich noch die EDG werden Anzeige wegen des gefälschten Briefes erstatten, erklärte Hengstenberg am Montag (7.6.) auf Nachfrage unserer Redaktion. Papenberg habe aber ihm gegenüber zugesagt, bei der nächsten Versammlung der Schutzgemeinschaft deutlich zu machen, dass es sich bei dem Brief um eine Fälschung handelt.

Auch angesichts der Fehler in dem Schreiben – zum Beispiel Ullrich Sierau nur mit einem l, „EDG21“ gibt es nicht – findet Hengstenberg den Brief „sehr, sehr skurril“. Trotzdem sei er offensichtlich von jemandem verfasst worden, der eine gewisse Nähe zum politischen Betrieb in Dortmund habe.

Hengstenberg sieht sich nicht als Zielscheibe

Der EDG-Geschäftsführer sieht nicht sich selbst als Zielscheibe dieser Fälschungsaktion, sondern vermutet dahinter eine Ansage an die Flughafen-Gegner: „Die Botschaft, die ich daraus lese, ist: Ihr Flughafen-Gegner könnt machen, was ihr wollt, die Politik interessiert sich eh nicht dafür. Die schicken dafür nur einen von der Müllabfuhr.“

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Geschildert wird in dem gefälschten Brief aus Sicht von Hengstenberg eine Begegnung mit OB Sierau, bei der Hengstenberg angeboten habe, die Unterschriften der Flughafen-Gegner stellvertretend für ihn anzunehmen. Er werde „wegen der strengen Hygienevorgaben“ die „blaue Tonne mitführen, damit sie sich dieser vor Ort zu ihrem Zweck bedienen können“.

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