Wer tötete die 89-jährige Gisela Aufermann?

Mord in Sölde

Am 12. April 2016 ermordete ein unbekannter Täter im Dortmunder Stadtteil Sölde die 89-jährige Rentnerin Gisela Aufermann. Die Polizei sucht Zeugen, die an den Bushaltestellen vor dem Tatort gestanden oder gegenüber einen Supermarkt besucht haben. Sie müssen dem Täter sehr nah gewesen sein.

SÖLDE

, 18.04.2016, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Polizei und Staatsanwaltschaft wissen schon sehr viel über die Tat vom 12. April 2016: Sie können aufgrund der Verletzungen des Opfers von einem Mord sprechen und sie wissen, dass der Täter - oder die Täterin - in dem Wohnhaus an der Sölder Straße 146 ein Feuer gelegt hat, um verräterische Spuren zu vernichten. Dennoch: Die kriminaltechnische Untersuchung (KTU) der Polizei konnte Spuren sichern, die das Landeskriminalamt (LKA) mit höchster Priorität auswertet.

Tat zwischen 19 und 20 Uhr

Die verdächtige(n) Person(en) müssen das Haus an jenem Abend zwischen 19 und 20 Uhr betreten oder verlassen haben. Um 20.04 Uhr erhielt die Feuerwehr den Brandalarm. Wenige Minuten später entdeckten Einsatzkräfte die getötete Rentnerin. 90 Minuten dauerte der Einsatz gegen die Flammen. Später stellte ein Brandermittler der Kriminalpolizei fest: Das Feuer ist gelegt worden. Dann das Obduktionsergebnis: Gisela Aufermann wurde getötet.

Zwei Bushaltestellen und Supermärkte

Zwei Bushaltestelle der Linie 431 liegen gegenüber vom Tatort und neben dem Haus mit der Nummer 146. Hier können am 12. April 2016 zwischen 19 und 20 Uhr Fahrgäste von DSW21 auf die Busse in Richtung Aplerbeck / Schwerter Wald oder Sölderholz gewartet haben. Sie könnten gesehen haben, dass eine verdächtige Person das Holztörchen zu dem 1905 errichteten Haus geöffnet und das Grundstück betreten oder verlassen hat.

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Als Zeugen infrage kommen auch Kunden der gegenüberliegenden Supermärkte. Eine Edeka und ein Lidl teilen sich den großen Parkplatz. Wer das Grundstück befährt oder verlässt, ist unmittelbar in der Nähe des Tatorts - und kann einen PKW oder eine Person beobachtet haben. Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel bittet Fahrgäste, Passanten oder Supermarktbesucher darum, zurückzudenken: "Jemand kann etwas für uns Wichtiges gesehen haben, ohne dass ihm das bewusst war."

"Für jeden kleinen Hinweis dankbar"

Die Seniorin wohnte alleine in dem Haus. "Man hat sich manchmal im Garten gesehen und man hat sich gegrüßt", sagt eine Sölderin, "wir fühlen uns eigentlich ganz wohl hier im Vorort - und jetzt kommt etwas Schreckliches plötzlich so nahe". Sölde ist ein kleiner Vorort im Dortmunder Süden mit überschaubaren Siedlungsstraßen. Anwohner könnten der Mordkommission wertvolle Tipps geben: Waren Unbekannte in dem Stadtteil für dubiose Haustürgeschäfte unterwegs? Wer passte nicht ins Straßenbild und kundschaftete die Gegend aus? - "Wir sind für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar", sagt der Staatsanwalt.

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Nach Mord an Rentnerin: Polizei sucht Zeugen in Sölde

Am 12. April 2016 wurde die 89-jährige Rentnerin Gisela Aufermann in ihrem Haus an der Sölder Straße 146 ermordet. Die Polizei sucht Zeugen, die an zwei Bushaltestellen gewartet oder gegenüber die Supermärkte besucht und Verdächtiges beobachtet haben.
18.04.2016
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Gisela Aufermann wurde in ihrem Haus an der Sölder Straße 146 ermordet.© Bandermann
Auch vor dem Wohnhaus hängst ein Plakat, das ein Foto der Rentnerin zeigt. Die Polizei bittet darauf Zeugen um Hinweise.© Foto: Peter Bandermann
Auch Kunden von Edeka und Lidl können Personen beobachtet haben, die mit der Tat etwas zu tun haben.© Foto: Peter Bandermann
Links das Haus Sölder Straße 146, in dem die Rentnerin am 12. April 2016 getötet wurde, und die Bushaltestelle. Rechts an der Schranke die Zufahrt zu den Supermärkten.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Haus hält der Bus, der Richtung Aplerbeck / Schwerter Wald fährt. Gegenüber liegt die Haltestelle für Busse mit Ziel Sölderholz.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Haus, in dem die Rentnerin ermordet wurde, hält die Buslinie 431. DSW21-Kunden könnten verdächtige Personen gesehen haben.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Haus hält der Bus, der Richtung Aplerbeck / Schwerter Wald fährt. Gegenüber liegt die Haltestelle für Busse mit Ziel Sölderholz.© Foto: Peter Bandermann
Die Haltestelle "Schlagbaumstraße" liegt direkt am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Das Fahndungsplakat der Polizei hängt auch vor der Bushaltestelle an der Sölder Straße 142 / 140. Die Polizei hofft auf Zeugen, die dort haben und den Täter oder die Täterin gesehen haben.© Foto: Peter Bandermann
Passanten stehen vor dem Wohnhaus an der Sölder Straße und lesen das Fahndungsplakat der Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Das Haus an der Sölder Straße 146 ist 1905 erbaut worden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hat den Tatort versiegelt.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf das Wohnhaus der Rentnerin.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf das Wohnhaus der Rentnerin.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf das Wohnhaus der Rentnerin.© Foto: Peter Bandermann
Rechts das Wohnhaus an der Sölder Straße 146, links die Zufahrt zu den beiden Supermärkten.© Foto: Peter Bandermann
Der Tatort Sölder Straße 146: Vor dem Haus liegen zwei Bushaltestellen. Zeugen können hier Verdächtiges beobachtet haben.© Foto: Peter Bandermann
Links das Haus Sölder Straße 146, in dem die Rentnerin am 12. April 2016 getötet wurde, und die Bushaltestelle. Rechts an der Schranke die Zufahrt zu den Supermärkten.© Foto: Peter Bandermann
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Um die Spur des Täters aufnehmen zu können, hatte die Kriminalpolizei am vergangenen Freitag einen speziell ausgebildeten Spürhund ("Mantrailer") eingesetzt. Staatsanwalt Schulte-Göbel: "Es gibt Hinweise, aber dazu sagen wir jetzt nichts." Weitere Informationen auch über die Entwendung von Werten wie Geld oder Schmuck will die Mordkommission noch zurückhalten. Feststeht: Der Täter ist nicht in die Wohnung eingebrochen.

Die Kriminalpolizei bittet Zeugen um Hinweise auf den oder die Täter unter Tel. 0231 / 1 32 74 41 (Kriminalwache) oder an die Mordkommission unter Tel. 0231 / 1 32 76 13 (-20).

 

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