Wer wird Mengedes neuer Bezirksbürgermeister?

mlzKommunalwahl in Mengede

In Mengede werden nach der Kommunalwahl die politischen Karten neu gemischt. Sieben Parteien schafften den Sprung in die Bezirksvertretung. Offen ist, wer neuer Bezirksbürgermeister wird.

Mengede

, 14.09.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mengede bekommt einen neuen Bezirksbürgermeister. Das war vor der Wahl schon klar. Denn Amtsinhaber Wilhelm Tölch trat nicht mehr an. Ob aber Bruno Wisbars Comeback (SPD) an die Spitze im Stadtbezirk führt, ist offener denn je. Axel Kunstmann (Grüne) wirft selbstbewusst seinen Hut in den Ring.

Die Sitzverteilung in der Bezirksvertretung jedenfalls lässt es zu, dass Mengede erstmals einen grünen Bezirksbürgermeister bekommt. Die SPD wird in der neuen BV nur noch 6 Sitze (-2) haben. Die CDU kommt auf 4 (-1), Grüne ebenfalls auf 4 (+1), die Linke erneut auf einen Sitz.

FDP, Die Partei und AfD ziehen mit jeweils einem Sitz neu ins Stadtbezirks-Parlament ein. Rechnerisch stünden der AfD zwei Sitze zu. Sie hatte aber nur einen Kandidaten aufgestellt. Die Mengeder Bezirksvertretung hat in den nächsten fünf Jahren nur 18 statt wie üblich 19 Sitze.

SPD bleibt stärkste Fraktion

Bei Verlusten von 10,9 Prozentpunkten im Vergleich zu 2014 bleibt die SPD die stärkste Fraktion. Die CDU verlor 4,5 Prozentpunkte, während die Grünen um 8,9 Prozentpunkte zulegten.

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„Ich habe damit gerechnet, dass wir einige Stimmen verlieren“, sagt SPD-Spitzenkandidat Bruno Wisbar am Montagvormittag, „dass es so viel wird, nicht.“ Dennoch, betont er, liegen die Sozialdemokraten noch 10 Prozentpunkte vor den Grünen und 12 vor der CDU. „In Mengede müssen jetzt Gespräche geführt werden, wie wir künftig zusammenkommen.“

Wisbar führt die Verluste auf eine unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung (39,68 Prozent) zurück. Er räumt aber auch Fehler in seiner Partei und der letzten BV-Fraktion ein. „Vielleicht haben wir unsere Arbeit nicht deutlich genug herausgestellt.“ *

CDU zollt Grünen-Ergebnis Anerkennung

Hängende Köpfe auch bei der CDU. „Ich bin persönlich enttäuscht“, sagt Spitzenkandidat Holger Martens. „Ich hatte schon gehofft, dass wir besser abschneiden. Dass wir gegen die SPD alleine nicht ankommen, war ja fast klar. Aber die Grünen haben ein super Ergebnis hingelegt.“

200 Dortmunder Grüne feierten im FZW in der Innenstadt. Jürgen Utecht (l.) und Axel Kunstmann hatten allen Grund dazu.

200 Dortmunder Grüne feierten im FZW in der Innenstadt. Jürgen Utecht (l.) und Axel Kunstmann hatten allen Grund dazu. Ihre Fraktion gewann einen Sitz in der Bezirksvertretung Mengede hinzu. © Uwe von Schirp

Die drei stärksten Fraktionen müssten sich jetzt „auf Augenhöhe verständigen, etwas Ordentliches für Mengede daraus zu machen“. Holger Martens sagt auch: „Ich kann mich sehr gut mit grünen Ideen identifizieren.“

Grünen-Spitzenkandidat Axel Kunstmann dürfte das gerne hören: „Das Ergebnis zeigt mir, dass die Mengeder einen Wechsel möchten“, sagt er. „Ich bin bereit, mich zum Bezirksbürgermeister wählen zu lassen.“

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In punkto politische Kultur setzt er dabei auf Kontinuität: „Mit ist wichtig, dass die Atmosphäre in der Bezirksvertretung so bleibt.“ Die war in den vergangenen sechs Jahren von einem fairen Umgang und der Orientierung an gemeinsamen Lösungen geprägt.

Bis zur Wahl des Bezirksbürgermeisters am 11. November bleibt es spannend.

*

„Unruhe in der Fraktion“: Wisbar präzisiert Aussagen

Zu diesem Bericht hat Bruno Wisbar, SPD-Kandidat für das Bezirksbürgermeisteramt in Mengede, am Donnerstagabend (17.9.) Stellung bezogen. Wisbar schreibt in einer E-Mail:
„Der Artikel hat für viel Unruhe in der Fraktion gesorgt. Ich möchte doch einiges klarstellen. Ihr Artikel [...] hat mich doch in Erstaunen versetzt. Sie schreiben, dass ich gesagt habe, dass ich Fehler in meiner Partei und in der letzten BV-Fraktion einräume. Dies habe ich so nicht gesagt und es war so auch nicht gemeint. Insbesondere zur Arbeit der BV kann ich ja gar nichts sagen. Ich war nicht dabei. Was ich meinte und auch so sinngemäß gesagt habe war, dass vielleicht die positive Arbeit der Fraktion noch deutlicher hätte herausgestellt werden können. Ich möchte nochmals klarstellen, dass ich mich nicht negativ über die Arbeit der SPD-Fraktion in der BV geäußert habe. Zudem sind die Partei und die BV-Fraktion eindeutig zwei paar Schuhe. Es ging lediglich darum, ich wiederhole mich, dass die umgesetzten Anträge und Anfragen der SPD-Fraktion für die Menschen im Stadtbezirk Mengede vielleicht noch besser als Arbeit der SPD-Fraktion hätten herausgestellt werden können.“
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