Werden die "fliegenden Bilder" zum Problem für einen Neubau? © picture alliance/dpa
Dortmunder U

Werden die „Fliegenden Bilder“ am U-Turm zum Problem für ihre Nachbarn?

Die „Fliegenden Bilder“ am U-Turm sind aus Dortmunds Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Allerdings stellten sie die Architekten eines Neubaus vor eine Herausforderung.

Neben dem Dortmunder U wird aktuell kräftig gebaut. Nicht nur entsteht ein neuer Hotel- und Bürokomplex an der Rheinischen Straße, zwischen Ritterstraße und Emil-Moog-Platz wächst auch ein neuer Wohnkomplex mit Studenten-Wohnungen in die Höhe.

Die unmittelbare Nähe zum Dortmunder U, einem Wahrzeichen der Stadt, macht die Lage sehr attraktiv – allerdings könnte durch die Nähe auch ein Problem entstehen.

Werden die „Fliegenden Bilder“ zum Problem?

Die Bewohner des neuen Studentenwohnheimes werden die „Fliegenden Bilder“ immer sehen, ob sie wollen oder nicht. Dadurch könnten die Bewohner gestört, geblendet oder abgelenkt werden.

Die Baunutzungsverordnung (BauNVO) soll in solchen Fälle für Klarheit sorgen – sie hat einen eigenen Paragrafen, der regelt, wie hell ein Raum durch die Außenbeleuchtung erleuchtet werden darf.

15 Lux am Tag und 5 in der Nacht ist laut BauNVO der Grenzwert für die Appartements. Zum Vergleich: Wer in der Nähe einer Straßenlaterne wohnt, hat dadurch circa 10 Lux in seinem Zimmer (Straßenbeleuchtungen sind von der Obergrenze ausgenommen).

Besondere Auflagen für den Bauherrn

Aber wie viel Helligkeit strahlen die „Fliegenden Bilder“ aus? Die Spezialanfertigung am Dortmunder U stammt von der schwäbischen Firma Leurocom, dort erklärt man: „Die LEDs am Dortmunder U sind dimmbar und in einem bestimmten Winkel ausgerichtet, dass möglichst viele Menschen die Bilder sehr gut sehen können.“

Wie viel Licht der Bilder beim Empfänger ankommt, hängt also auch davon ab, in welchem Winkel man zum U-Turm guckt.

Die Stadt Dortmund hat allerdings noch einen anderen Kniff. Pressesprecher Maximilian Löchter erklärt: „Mit der Baugenehmigung wurden entsprechende Auflagen formuliert, damit der Bauherr auf die vorhandene Außenbeleuchtung reagieren muss.“

Besonderer Grundriss wegen der „Fliegenden Bilder“

Der Bauherr des Projekts ist die niederländische Firma Ten Brinke. Dort erklärt man, dass bereits in der Grundrissgestaltung die Außenbeleuchtung berücksichtigt wurde.

Die Fassaden des Neubaus stehen schräg zum U Turm. Dadurch soll sowohl ermöglicht werden, dass der U-Turm von so vielen Zimmern wie möglich zu sehen ist. Gleichzeitig wird dadurch aber auch verhindert, dass zu viel Licht der „Fliegenden Bilder“ in den Wohnungen ankommt.

Ohnehin geht die Firma davon aus, dass die Nähe zum U-Turm die Attraktivität des Gebäudes erhöht und nicht ein Problem darstellen wird.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.