Westfalenhallen-Weg: Radfahrer wollen nicht im Zickzack über enge Rampen fahren

Stadtplanung

Der öffentliche Druck gegen eine mögliche Schließung des Verbindungswegs zwischen Lindemannstraße und Strobelallee wächst. Weitere Planungen betreffen auch Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer.

Dortmund

, 11.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Westfalenhallen-Weg: Radfahrer wollen nicht im Zickzack über enge Rampen fahren

Wenn die Brücke über die B1 in einem weiten Bogen im Osten enden würde, muss der Radverkehr sich im Zickzack über die Rampenanlage quälen, um den Weg zu erreichen. © VeloCityRuhr

Der Wunsch der Westfalenhallen GmbH, den Weg zwischen den Messehallen 3 und 4 zeitweise oder sogar ganz zu schließen, stößt auf breite Ablehnung. In den vergangenen Wochen hatten sich bereits der Bund Deutscher Architekten (BDA) und die Initiative „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ gegen eine Sperrung des Wegs ausgesprochen, der das Kreuzviertel und die Lindemannstraße auf direktem Weg mit der Strobelallee verbindet.

Westfalenhallen-Weg: Radfahrer wollen nicht im Zickzack über enge Rampen fahren

Der Verbindungsweg, den die Westfalenhallen GmbH sperren möchte, endet an der Strobelallee. © Jan Rocho

Nun wächst der Druck. Sechs weitere Organisationen haben einen Offenen Brief an Westfalenhallen-Geschäftsführerin Sabine Loos und den Planungsdezernenten Ludger Wilde geschrieben mit der Forderung, den Weg für Fußgänger und Radfahrer ohne Einschränkung offen zu halten. Unterzeichnet haben der Fahrradclub ADFC, der Fußgängerverband Fuss, der Runde Tisch zur Prävention von Kinderunfällen, der Seniorenbeirat der Stadt, der Verkehrsclub VCD und die Fahrradinitiative VeloCityRuhr.

Auch keine vorübergehende Sperrung

Auch vorübergehende Sperrungen dürfe es nicht geben, denn sonst müssten Nutzer des Bahnhaltepunkts Signal-Iduna-Park aus dem Kreuzviertel die Zeit für den Umweg immer miteinplanen, sodass eine vorübergehende Sperrung fast so negativ wie eine vollständige Sperrung wirke, schreiben die Verfasser des Offenen Briefs.

Eine Sperrung des Wegs widerspreche auch dem Ziel einer Minderung der Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen, das die Stadt sich gesetzt habe, sagt der ADFC-Vorsitzende Werner Blanke: „Es ist widersinnig, einerseits im Rahmen des Förderprojekts ,Emissionsfreie Innenstadt‘ Radwege auszubauen, um Menschen zum Umstieg vom Auto auf emissionsfreie Verkehrsmittel zu bewegen – und andererseits durch die Sperrung eines wichtigen Wegs Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV zu erschweren und so Anreize zur vermehrten Autonutzung zu schaffen.“

Konflikte mit Rollstuhlfahrern

Das Bündnis fordert auch, die Lindemann-Brücke über die B1 so zu planen, dass der Radverkehr den Verbindungsweg geradlinig erreichen könne. In den Rahmenplänen zum Messe- und Veranstaltungszentrum Strobelallee ende die Brücke auf der Südseite in einem weiten Bogen nach Osten. „Würde das so gebaut, müsste der Radverkehr erst diesen großen Bogen fahren und sich dann im Zickzack über die engen Rampen mit 180-Grad-Kehren vor den Hallen 3a und 2 quälen, bevor er den Verbindungsweg nutzen kann,“ erläutert Blanke. „Dabei würde es auf den engen Rampen zu Konflikten mit Nutzern mit Rollstuhl oder Rollator kommen, für die diese Rampen eigentlich angelegt wurden.“

Westfalenhallen-Weg: Radfahrer wollen nicht im Zickzack über enge Rampen fahren

Die vorgesehene Rahmenplanung der Stadt. © Stadt Dortmund

Hier müsse zusätzlich eine geradlinige Verbindung für den Radverkehr von der Brücke zum Verbindungsweg eingeplant werden. Denkbar sei eine etwas größere Steigung oder notfalls mit spindelförmiger Rampe.

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