Wichtige Zeugin ist aus dem Gefängnis geflohen

Kinderschänder-Prozess

Aufregung im Prozess gegen Kinderschänder Heinrich K.: Wie erst am Dienstag bekannt wurde, ist eine wichtige Zeugin bereits Anfang Januar aus dem Gelsenkirchener Frauengefängnis geflohen.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 13.03.2012, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für die Richter ist die Frau daher eine wichtige Informationsquelle – vor allem deshalb, weil sie entscheiden sollen, ob von K., der seine Sexualität sein ganzes Leben lang nur mit kleinen Kindern ausgelebt hat, heute noch eine Gefahr ausgeht. „Für uns ist die Zeugin aber derzeit nicht greifbar“, stellte Richter Ulf Pennig kurz nach Verhandlungsbeginn fest. Erst am Morgen hatte er von der Flucht erfahren.Wie Oberstaatsanwältin Ina Holznagel bestätigte, ist Daniela B. „schon vielfach strafrechtlich in Erscheinung getreten“. In ihrer Akte stehen Verurteilungen wegen Schwarzfahrens, Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Drogenbesitzes. Zuletzt soll sie im Mai 2011 in einem Supermarkt Zigaretten geklaut haben. Für diese und frühere Taten saß sie in Gelsenkirchen im Gefängnis.

 Möglicherweise kann aber sogar Heinrich K. bei der Fahndung nach seiner Freundin helfen. „Ich hatte schon gehört, dass sie zuletzt mehrfach in Dortmund war“, sagte er am Dienstag. „Und ich hatte mich auch gewundert, warum sie mich nicht besucht hat. Jetzt weiß ich es.“  K. glaubt, dass sich Daniela B. möglicherweise im Bereich der Nordstadt aufhält. Die Polizei fahndet nach ihr.Der Prozess soll nun frühestens am 23. April zu Ende gehen. K. wird vorgeworfen, fünf Monate nach seiner Entlassung aus der Sicherungsverwahrung rückfällig geworden zu sein, indem er nahe der Märkischen Straße ein Mädchen missbrauchte.

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