Widerstand bei Wohnheim

Anwohner der Wellinghofer Amtsstraße stimmen Bauplänen nicht zu

16.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Am Montagabend hatten der LWL und die evangelische Gemeinde um die Zustimmung der maximal zehn Nachbarn geworben. Denn um das Projekt schnell realisieren zu können, benötigt die Freundlieb Immobilien Management GmbH als Bauträger die Unterschriften genau dieser Anwohner. Doch deren Bedenken gegen das Projekt konnten nicht aus dem Weg geräumt werden, so dass der Bebauungsplan jetzt mit einem ordentlichen Verfahren geändert werden muss. Dauer: ein Jahr. Bauen möchte der LWL auf dem Grundstück an der Wellinghofer Amtsstraße 72b auf jeden Fall ? auch gegen den Widerstand der Nachbarn. ?Wir bedauern sehr, dass wir die erwünschte Akzeptanz nicht erreichen konnten. Aber nach wie vor ist das unser großes Anliegen?, sagte LWL-Gruppenleiterin Marlies Preising gestern. Auch Pfarrer Wolfgang Buchholz hätte nicht mit einer ?so deutlichen Ablehnung? gerechnet. ?Aber wir müssen diese Sorgen und Befürchtungen ernst nehmen?, sagt er. ?Diese Behinderten sind auf eine gute Nachbarschaft angewiesen. Es sind Behinderte, die zu unserer Gesellschaft gehören. Wir müssen ihnen eine Heimat geben. Wer von uns weiß denn schon, dass er nicht auch einmal auf Zuwendung angewiesen wäre??, so Buchholz am Montagabend. ?Unsere Bewohner leiden unter familiären Verlusten und unter sozialer Ausgrenzung, sie besitzen keine Lebensperspektive. Deshalb ist es wichtig, sie in den Stadtteil zu integrieren?, begründet Wohnheimleiter Norbert Reil (Foto) den geplanten Umzug von der maroden Unterkunft an der Allerstraße in Aplerbeck nach Wellinghofen. Doch auch er, der täglich mit diesen Menschen zusammenarbeitet, konnte die Nachbarn nicht überzeugen. Die Nachbarn befürchten etwa den Wertverlust ihrer Immobilien oder eine später anders ausfallende Nutzung des Gebäudes, auf die dann niemand mehr Einfluss hätte. Auch die, so Pfarrer Buchholz, ?erheblichen Bedenken? gegen die psychisch Kranken konnte nicht entkräftet werden. Zurzeit steht das Wohnheim an der Allerstraße. Beschwerden gibt es dort nicht. ban

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