Widliczek: "Alle Kriterien erfüllt"

DORTMUND Bei der europaweiten Ausschreibung der Abschleppdienste sei es der Verwaltung vor allem darum gegangen, Abschleppleistungen im Sinne der Kunden, sprich der betroffenen Falschparker, einzukaufen, erklärte Rechtsdezernent Wilhelm Steitz. Er selbst hatte anfangs eine Teillosvergabe befürwortet.

von Von Gaby Kolle

, 28.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wegen des hohen Aufwands, den ein Abschleppunternehmen auch bei Teillosen betreiben müsse, z.B. 24-Stunden-Bereitschaft und Telefonzentrale, gehe der Sinn und Zweck, den man mit der Stückelung erzielen wolle, - nämlich mehr Wettbewerb - verloren, sagte Steitz. Die Erfahrung sei, dass man auch bei Teillosen nicht mehr Bewerber bekomme. Es gebe einfach nicht mehr, die die hohen Anforderungen erfüllen könnten. Ein Indiz dafür hat Steitz auch: "Es ist keine Beschwerde von einem Konkurrenten gekommen."

Experten sehen Verstoß gegen Vergaberecht

Vergabe-Experten dagegen, sehen durchaus einen Verstoß gegen das europäische Vergaberecht, den die Politik noch heilen könnte, in dem sie die Ausschreibung aufhebt - mit dem Argument, dass sich die Ausschreibungsbedingungen geändert haben, oder andere schwerwiegende Gründe bestehen (§26 VOL, Absatz 1, b und d).

Die SPD-Fraktion wird einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung schicken und erwartet die Antworten bis zur Hauptausschusssitzung am 7. Februar. Sonst werde die Vorlage vertagt, so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dr. Andreas Paust. Und: "Sollten die Antworten unbefriedigend sein, werden wir auf Neuausschreibung drängen."

158 Falschparker seit Jahresbeginn abgeschleppt

Abschleppunternehmer Ralf Widliczek weist daraufhin, dass er die Kriterien erfüllt, die gefordert werden: "Betriebe mit zwei bis drei Leuten können das nicht stemmen." Das könne nur jemand, der viele Aufträge habe und den städtischen als Zusatzgeschäft mit erledige. "Nur davon leben kann man nicht". Seit Jahresanfang hätten Widliczek und Klotzbach insgesamt 158 Falschparker in Dortmund abgeschleppt. Der Unternehmer: "Man muss das nebenbei machen können, aber auch zuverlässig sein."

Hauptsitz bleibt in Dortmund

Widliczek betont zudem, dass er anders als kürzlich von den RN gemeldet, seinen Firmensitz in Dortmund mit 52 Mitarbeitern behalten und nicht nach Unna verlegen wird, wo er eine Sixt-Agentur übernommen hat.

Lesen Sie jetzt