Wie der Jugendring Dortmund gegen Rechtsextremismus kämpft

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Der Jugendring bündelt die Interessen mehrerer Jugendverbände und setzt sich gegen Rechtsextremismus ein. Dabei bekommt er Hilfe – von der Frau, die den Nachlass der Schindlers verwaltet.

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, 11.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 1946 gegründet, vertritt der Jugendring bis heute als übergeordnete Arbeitsgemeinschaft die Interessen von 30 Dortmunder Jugendverbänden – und leistet zugleich wichtige, aktuelle gesellschaftsdemokratische Arbeit. Dabei war bereits die Gründung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Zeichen, da es um die Versöhnung mit den Nachbarländern und ehemaligen Kriegsgegnern ging.

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„Das Eintreten und der aktive Einsatz für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ziehen sich bis heute wie ein roter Faden durch unsere Arbeit“, sagt Reiner Spangenberg, stellvertretender Vorsitzender. Dieser selbst auferlegte Auftrag ist seit der Gründung eine zentrale inhaltliche Aufgabe, die sich vor allem in der Arbeit mit Jugendlichen widerspiegelt. Dabei müssen zwei Aspekte berücksichtigt werden.

Diese Aufgaben hat der Jugendring

Denn der Jugendring ist an keine Partei angeschlossen und hat keine politischen Jugendorganisationen als Mitglied. Außerdem agiert der Jugendring als übergeordnete Arbeitsebene in die Politik und Verwaltung, während die Mitgliedsorganisationen komplett eigenständig sind.

Eine wichtige Aufgabe ist dabei, die Vielfalt der Jugendorganisationen zu erhalten und zu fördern. Letzteres ist durch eine Fördervereinbarung mit der Stadt Dortmund auch wörtlich zu nehmen. Denn 1994 kam nach vorheriger Einzelförderung die Fördervereinbarung mit dem Dachverband, der dann Geld per Verteilerschlüssel an die Mitgliedsorganisationen weitergibt.

Der Hauptaspekt der Arbeit ist allerdings der inhaltliche, der sich in den drei Slogans „Klarheit schaffen“, „Orientierung geben und „Zukunft gestalten“ ausdrückt.

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In vielen Projekten und Kampagnen greift der Jugendring Zukunftsfragen junger Menschen auf, geht in den Diskurs mit Politik oder Gesellschaft und ist ein wichtiges Bindeglied in die Schulen. „Bei uns spiegelt sich auch der gesellschaftliche Wandel wider und durch unsere Projektstrukturen sind wir da bestens aufgestellt“, erklärt Geschäftsführer Uwe Ihlau.

Dabei wird der Spagat zwischen Theorie und Praxis erfolgreich umgesetzt. So hat der Jugendring im Juni 2019 eine Resolution zur Kinder- und Jugendarmut in Dortmund verabschiedet. In ihr werden unter anderem bessere Bildungsmöglichkeiten, eine verbesserte Mobilität sowie mehr Teilhabe oder öffentliche Räume für Kinder und Jugendliche gefordert. Auf der anderen Seite ist man sehr praxisorientiert.

Wie der Jugendring Dortmund gegen Rechtsextremismus kämpft

Stellvertretend für den Jugendring (v. l.): Johannes Schaffeldt (Arbeitsstelle Jugend und Demokratie), Phillip Ozimek (Qualitätsmanagement und Digitalisierung), Reiner Spangenberg (stellv. Vorsitzender), Kris Beer (stellv. Vorsitzende), Sophie Niehaus (Vorsitzende), Uwe Ihlau (Geschäftsführung) und Andreas Roshol (Arbeitsstelle Zukunft braucht Erinnerung) in der Geschäftsstelle in der Innenstadt. © didi stahlschmidt

Neben der Rechtsberatung zum richtigen Demonstrieren beteiligt sich der Jugendring aktiv an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus oder den Thor-Steinar-Laden in der City. „Der präventive Ansatz und die positive Wirkung der Demokratie sind wichtig“, sagt Andreas Roshol von der Arbeitsstelle „Zukunft braucht Erinnerung“.

Neben der Geschäftsstelle an der Reinoldikirche, wo die Arbeitsstelle „Zukunft braucht Erinnerung“ zur Weiterentwicklung der Erinnerungskultur mit lokaler Spurensuche, Botschaftern der Erinnerung oder Gedenkstättenfahrten sitzt, gibt es drei weitere Arbeitsstellen im Fritz-Henßler-Haus.

Filmprojekt mit Schindlers Nachlassverwalterin

Dort sitzt in enger Kooperation mit dem Jugendamt das „JuLeiCa-Büro“ zur Förderung des Ehrenamtes und der Jugendarbeit, die „JugendBotschaft“ als Interessensvertretung junger Menschen und die Arbeitsstelle „Jugend und Demokratie“ mit den Schwerpunkten der aktiven Beteiligungskultur und Mitbestimmung sowie der Förderung demokratischen Handelns. Aktuell findet das Projekt „Die Gedanken sind frei“ zur Glaubensfreiheit großen Zuspruch.

„Wir haben einen kurzen Imagefilm gedreht und wollen 2020 einen längeren Film drehen“, erklärt Roshol.

Erika Rosenberg, die Nachlassverwalterin von Emilie und Oskar Schindler, unterstützte die 30 Jugendlichen aus Dortmund dabei. Gemeinsam besuchten sie die Hugenottenstadt Bad Karlshafen.

Diese Jugendverbände gehören zum Jugendring

ADFC-Radfahrjugend e.V., Adventjugend Dortmund, Alevitische Jugend, Arbeiter-Samariter-Jugend, Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend, BSV- Bezirksschüler/innenvertretung, Bund Deutscher PfadfinderInnen, Bund Deutscher Zupfmusiker, Bund der Deutschen Katholischen Jugend, DGB Jugend, Deutsche Beamtenbundjugend, Deutsche Schreberjugend, Deutsche Stenografenjugend, Deutsche Wanderjugend im SGV e.V., Die Christengemeinschaft DO, Ferien-Füchse e.V., JugenDOrth, Jugendclub Courage in der DFG-VK, Jugendfeuerwehr Dortmund, Jugendrotkreuz, Junge Humanisten, Karnevalsjugend Dortmund, Kreisjugendwerk der AWO Dortmund, Naturfreundejugend Dortmund, Ring Deutscher PfadfinderInnenverbände, Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken, Sportjugend, THW-Jugend Dortmund, Wendtheide e.V., Westfälisch-Jüdischer Jugendbund. Kontakt zum Jugendring Dortmund, Friedhof 6 - 8 unter Tel. 52 40 73, im Fritz-Henßler-Haus, Geschwister-Scholl-Straße 33-37 oder per E-Mail an info@jugendring-do.de // www.jugendring-do.de
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