Wie der Steinkohlebergbau Eving und das ganze Ruhrgebiet prägte

mlzGeschichtsverein

Der Evinger Geschichtsverein bietet immer wieder Vorträge für historisch Interessierte an. Diesmal geht‘s um das zentrale Element der Ruhrgebiets-Geschichte.

Eving

, 03.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Überblick über die Geschichte der Kohle gibt Dr. Volker Schacke vom Evinger Geschichtsverein bei einem Vortrag am Montag (14.10.), 18.30 Uhr, im Evinger Schloss am Nollendorfplatz 2.

„Geschichtlich gesehen begann der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet in Schüren. Im Jahr 1296 wurde erstmals der Kohlengräbersohn Conradus geschichtlich erwähnt“, sagt Dr. Schacke.

Zechen erreichten Tiefen von bis zu 1200 Metern

Mit der Industrialisierung und dem Einsatz von Dampfmaschinen weitete sich der Steinkohlebergbau aus, sowohl nach Norden als auch in die Tiefe. Es entstanden große Tiefbauzechen, wie beispielsweise in Eving die Schachtanlagen Minister Stein, Fürst Hardenberg und Königsmühle, die Tiefen von bis zu knapp 1200 Meter erreichten.

Die Fördertürme änderten schnell das Aussehen der einst landwirtschaftlich geprägten Region. Die Zuwanderung und Integration von Arbeitern ließ große Städte entstehen. Das Verkehrsnetz verdichtete sich. Wolfgang Skorvanek, stellvertretender Vorsitzender des Evinger Geschichtsvereins: „Durch eine bisher unbekannte Freisetzung von Kapital, das vorwiegend in modernste Technik investiert wurde, bildeten Kohle- und Stahlindustrie in der Zeit um 1900 die europäische „High-Tech-Region“ an der Ruhr.“

Viele Auseinandersetzungen

Gleichzeitig war der Kohlenbergbau von zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Bergarbeitern und Unternehmern geprägt, bei denen die Bergleute durch ihre große Zahl ebenso ein starkes Druckmittel besaßen wie durch die zentrale Bedeutung der Kohle für den Staat und die starke Bergbaugewerkschaft.

1958 erreichten Fördermengen und Beschäftigtenzahlen ihren Höhepunkt. In den kommenden Jahren ging die Förderung langsam zurück, „immer noch von Hoffnungen begleitet, wenn das Öl knapp und teuer wurde, Alternativen zur Kernenergie gefragt waren, Regierungswechsel Erwartungen weckten oder die Energiewende Kohlekraftwerke benötigte, um die Versorgung zu sichern“, blickt die Vorsitzende des Geschichtsvereins Wiltrud Lichte-Spranger zurück. Zahlreiche Proteste und Streiks verhinderten jedoch nicht die Schließung der Dortmunder Schachtanlagen.

Die letzte Kohle wurde 1987 gefördert

Die letzte Kohle wurde auf der letzten Dortmunder Zeche Minister Stein 1987 gefördert. 2018 ging mit der Stilllegung der letzten Zeche im Ruhrgebiet der Steinkohlebergbau unwiderruflich zu Ende.

Sicher spannend wird beim Vortrag, der mit vielen historischen Bildern unterlegt ist, wenn gefragt wird, ob mit dem Bergbau auch eine historische Epoche endet, die geprägt war durch große Betriebe, heftige Konflikte, einflussreiche Gewerkschaften. „Genau deshalb ist es wichtig, sich mit dem Zeitalter der Kohle zu befassen“, so Wolfgang Skorvanek.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt