Wie sah es früher „Am Segen“ in Brünninghausen aus?

mlzStraßen im Dortmunder Süden

Die Straße „Am Segen“ in Brünninghausen grenzt heute an ein Wohngebiet und eine Kleingartenanlage. Doch bis in die 50er-Jahre sah es hier noch anders aus. Ein Anwohner hat nachgeforscht.

von Marc Dominic Wernicke

Brünninghausen

, 19.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Straße „Am Segen“ in Brünninghausen liegt zwischen einem Wohngebiet und einer Kleingartenanlage unweit der Ardeystraße. Doch welchem „Segen“ verdankt sie ihren Namen? Unser Leser Heinz-Hartmut Hallerberg kann diese Frage beantworten – und weiß noch mehr über die Gegend.

Wie sah es früher „Am Segen“ in Brünninghausen aus?

Heinz-Hartmut Hallerberg hat die Geschichte von Brünnunghausen und Renninghausen erforscht. Er weiß, wie es „Am Segen“ früher einmal aussah. © Marc D. Wernicke

„Ich betreibe schon seit längerer Zeit Nachforschungen zur Geschichte von Brünninghausen und Renninghausen“, sagt Hallerberg, der seit 72 Jahren an der Ardeystraße wohnt. „Die Straße ‚Am Segen‘ war einst ein Weg auf dem Grundbesitz der Familie von Romberg. Sie diente als Verbindung zwischen dem Haus Brünninghausen und einer kleinen Ansiedlung nahe der Emscher.“

Wie sah es früher „Am Segen“ in Brünninghausen aus?

Dieses Foto aus den 1930er Jahren zeigt den alten Bahnübergang „Am Segen“ mit Blick auf das Phoenixwerk. © Privat

Im Jahr 1836 wurde von der nahegelegenen Rombergschen Zeche Glückaufsegen ein Förderschacht mit dem Namen Ephorus eingerichtet. „Für den Straßennamen kann es daher zwei Erklärungen geben“, so Hallerberg, „Einerseits war ‚Am Segen‘ wahrscheinlich eine Verkürzung von ‚Glückaufsegen‘. Andererseits stellte die Kohleförderung freilich einen großen wirtschaftlichen Segen für den Ort dar.“

Wie sah es früher „Am Segen“ in Brünninghausen aus?

Die Kleingartenanlage an der Nordseite der Straße entstand Ende der 50er-Jahre. 1959 fand in Dortmund die Bundesgartenschau statt. © Privat

1868 wurde die Schachtanlage aufgegeben. Ihre Gebäude wurden zu Wohnungen und Ställen umgewandelt. 1920 wuchs das Wohngebiet südlich der Straße „Am Segen“ und Ende der 1950er-Jahre wurden an ihrer Nordseite die Kleingärten angelegt. Dort wurden im Frühjahr mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft.

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