Wie sehr hilft die Novemberhilfe den Dortmunder Gastronomen?

mlzCorona-Krise

Wie schon im Frühjahr müssen Gastronomen auch im November ihre Restaurants für Gäste schließen. Jetzt stehen Details zu den Ausgleichszahlungen fest. Wir haben erste Reaktionen gesammelt.

Dortmund

, 10.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange war unklar, wie die Staatshilfe für Gastronomen und andere vom Teil-Lockdown betroffene Gewerbetreibende aussehen wird. Jetzt stehen wesentliche Voraussetzungen und Inhalte fest.

„Wir stehen zu unserem Wort und werden die von den neuen Corona-Maßnahmen betroffenen Restaurants, Vereine und Veranstalter nicht alleine lassen“, sagt die Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann.

Antragsberechtigt sind laut Poschmann alle Unternehmen, die direkt von den angeordneten Schließungen betroffen sind. Auch indirekt betroffene Unternehmen, die 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen, seien antragsberechtigt. Die Beantragung werde auf der Internetseite ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de möglich sein.

Außer-Haus-Lieferungen werden nicht herausgerechnet

„Die Hilfe wird in Form einer einmaligen Kostenpauschale ausbezahlt“, sagt Sabine Poschmann. Nach ihren Angaben erhalten antragstellende Unternehmen 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019, maximal eine Million Euro.

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Soloselbständige können auch den Durchschnittsjahresumsatz 2019 zu Grunde legen. „Bis zu einer Fördersumme von 5.000 Euro können sie den Antrag ohne Steuerberater stellen“, so Poschmann. Neu gegründete Unternehmen haben nach ihren Angaben die Wahl zwischen dem Oktober 2020 und dem Durchschnittsumsatz seit ihrer Gründung.

Gastronomen freuen sich vor allem über den folgenden Satz: „Mit Umsätzen, die trotz Schließung gemacht werden, können auch die restlichen 25 Prozent erwirtschaftet werden, denn sie werden nicht auf die Hilfe angerechnet.“ In der Gastronomie werden also Außer-Haus-Lieferungen aus dem Novemberumsatz 2019 herausgerechnet, dafür werden auch Umsätze über die 25 Prozent hinaus nicht angerechnet.

Dehoga: „Angemessener Ausgleich für das Sonderopfer“

„Allen Dortmunder Gastronomen mit weniger als 50 Mitarbeitern hilft das richtig. Vor allem dann, wenn es auch zügig umgesetzt wird“, sagt Ulrich Daseking, Geschäftsführer der Dieckmann‘s Gastronomie.

Offen sei noch die Frage, wie diese Novemberhilfe mit anderen Förderprogrammen (etwa der Überbrückungshilfe II) verrechnet werde, und was für Betriebe mit über 50 Beschäftigten gelte.

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Lob gibt es auch vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) NRW. „Die jetzt konkretisierten Entschädigungszahlungen aufgrund des November-Lockdowns sind ein angemessener Ausgleich für das Sonderopfer, was das Gastgewerbe für die gesamte Gesellschaft durch die Schließungen erbringt“, sagt Pressesprecher Thorsten Hellwig.

Die Branche brauche jetzt dringend eine Perspektive, wie es nach dem 30. November weitergeht. Dieckmann‘s-Inhaber Detlef Lotte sagt: „Wir brauchen mindestens eine Woche vorher Klarheit, um Leute reaktivieren, einkaufen und vorkochen zu können.“

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