Bei der St.-Johannes-Gesellschaft ist noch eine „deutliche Zurückhaltung der Patienten“ zu spüren. (Symbolbild) © dpa
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Wie sich Dortmunder durch Zurückhaltung teils in Lebensgefahr bringen

So langsam kehren die Krankenhäuser zu mehr Normalität zurück. Doch teilweise ist noch von „deutlicher Zurückhaltung der Patienten“ die Rede – die schlimmstenfalls das Leben kosten kann.

Krankenhäuser und Ärzte kommen Schritt für Schritt wieder zu zurück zur Normalität. Zu Beginn der Corona-Krise waren die Menschen angehalten, weniger wichtige Behandlungen aufzuschieben.

Operationen wurden reihenweise verschoben. Viele Patienten hatten sich zurückgehalten, den Weg ins Krankenhaus anzutreten.

Sowohl aus aus dem Dortmunder Klinikum als auch dem Knappschaftskrankenhaus war nun zu hören, dass man den Eindruck habe, dass die Zurückhaltung der Menschen ins Krankenhaus zu gehen, immer mehr schwindet.

Von der St.-Johannes-Gesellschaft heißt es jetzt allerdings, dass man auch heute „immer noch eine deutliche Zurückhaltung der Patienten, sich behandeln zu lassen“ sehe.

Wie Sprecherin Gudula Stroetzel sagt, gelte das für die Ambulanzen beispielsweise „in der Klinik Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen, für die Frauenheilkunde oder auch die Gefäßchirurgie, als auch für stationäre Aufnahmen in allen Fachbereichen der Krankenhäuser“.

Auslastung bei Herzpatienten etwas verbessert

Das Thema Herzerkrankungen – Schlaganfälle und Herzinfarkte – war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach Thema.

So mahnte Dr. Helge Möllmann, Chefarzt und Kardiologe im St.-Johannes-Hospital, gegenüber unserer Redaktion bereits Anfang April an, dass die Zahl der Patienten, die er und sein Team wegen Herzerkrankungen behandle, deutlich zurückgegangen sei.

„Bei den Herzpatienten hat sich durch die Aufklärungsarbeit die Auslastung etwas verbessert, ist jedoch noch nicht auf dem Niveau vergangener Jahre. Diese Zurückhaltung kann je nach Erkrankung zu nicht unerheblichen schweren gesundheitlichen Folgen bis hin zu einem vorzeitigen Tod führen“, sagt Gudula Stroetzel.

Zwar merke man auch bei der St.-Johannes-Gesellschaft, dass man auf sich „auf dem Weg der Normalisierung“ befinde, doch die Durchschnittszahlen der Belegung seien noch lange nicht auf dem Wert der Vorjahre.

Krankenhäuser bieten „größtmöglichen Schutz“

Das sei „ein Zeichen dieser Zurückhaltung, wahrscheinlich aus Angst, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus anzustecken“, meint Stroetzel. Dazu gebe es jedoch keinen Anlass.

Die Hygiene-Maßnahmen in den Krankenhäusern bieten den größtmöglichen Schutz, betont Stroetzel. „Das Risiko einer möglichen Ansteckung ist weitaus geringer als die eventuellen Schäden einer unbehandelten schweren Erkrankung.“

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland

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