Leere Läden: Wie stark hat Corona die Thier-Galerie getroffen?

mlzEinkaufszentrum in Dortmund

Nicht zu übersehende Lücken gibt es derzeit in den Schaufenster-Fronten der Thier-Galerie. Wie ist Dortmunds bekanntestes Einkaufszentrum bisher durch die Corona-Krise gekommen?

Dortmund

, 19.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den ersten Blick fallen sie gar nicht auf: Sie verstecken sich hinter bunten Zeichnungen und Schriftzügen wie „Schön, dass du hier bist!“ oder farbenfrohen Foto-Tapeten.

Und doch gibt es sie, die leeren Shops in den Gängen der Thier-Galerie. Elf Ladenlokale sind es aktuell, um genau zu sein – jeweils fünf im 1. Ober- und im Untergeschoss, eines im Erdgeschoss.

Einer von 11 aktuell leeren Läden in der Thier-Galerie: Parfois machte im September seinen Shop im Erdgeschoss zu.

Einer von 11 aktuell leeren Läden in der Thier-Galerie: Parfois machte im September seinen Shop im Erdgeschoss zu. © Thomas Thiel

Beunruhigt ist Thier-Galerie-Chef Markus Haas deswegen jedoch nicht. „Ein wenig mehr ist das natürlich schon [als in Vor-Corona-Zeiten, die Redaktion], jedoch liegt die Leerstandsquote mit rund 5 Prozent der Gesamtverkaufsfläche noch über vielen Vergleichsstandorten“, sagt er. In der Thier-Galerie gibt es insgesamt rund 150 Shops.

Zwischenzeitlich ein Viertel weniger Besucher

Die vergangenen Monate seit Beginn der Corona-Krise seien nicht spurlos an der Thier-Galerie vorübergegangen, sagt Haas - und meint damit nicht nur die mehrwöchige Zwangsschließung der Geschäfte im Frühling auf dem Höhepunkt der ersten Welle.

Auch danach seien zwischenzeitlich bis zu 25 Prozent weniger Besucher ins Shopping-Center gekommen. Inzwischen habe sich die Besucherzahl aber „ein wenig stabilisiert“, zuletzt bei minus 12 Prozent im September.

Jetzt lesen

Lediglich drei Geschäfte haben in der Thier-Galerie nach Haas’ Zählung bisher wegen der Corona-Krise dauerhaft geschlossen: Das Modegeschäft Spot im Untergeschoss, der Shop der Unterwäsche-Kette Hallhuber im 1. Stock und das Geschäft der portugiesischen Mode-Marke Parfois im Erdgeschoss.

Hinzu kommen noch die Shops von „Leo‘s Jeans“ und LTB im Untergeschoss, die zwar nach dem Lockdown im März den Betrieb eingestellt haben, aber laut Haas ausdrücklich nicht leer stehen: „Wir arbeiten mit dem Mieter an einer Lösung.“

Jetzt lesen

Ebenfalls in letzter Zeit schlossen die Mode-Geschäfte von „Gina Lisa“ (Ende September), Timberland und Gerry Weber. Bereits vor dem Lockdown zu machte der Feinkostladen „Gül & Son“, der Laden der Klamotten-Marke Bench und die Filiale der Deko-Kette Butlers, die beiden letzteren bereits vor längerer Zeit.

Generell sei es schwieriger, passende Mieter für Ladenlokale im Untergeschoss und im 1. Stock zu finden, erklärt Haas. Diese Ebenen seien weniger stark frequentiert als das Erdgeschoss, das von der direkten Anbindung zum Westenhellweg profitiere.

Sechs Neueröffnungen in der Thier-Galerie trotz Corona-Krise

Haas ist dementsprechend „überaus froh“, dass es trotz der Corona-Krise in den vergangenen Monaten sechs Neueröffnungen in der Thier-Galerie gab:

  • Die Modemarken Levi‘s und Kult im Untergeschoss
  • der Haushaltsgeräte-Hersteller Vorwerk, der Tabakerhitzer Iqos und das Damenmode-Geschäft „More and More“ im Erdgeschoss
  • und der türkische Herrenausstatter „AC & Co.“ im 1. Stock.

Darüber hinaus seien bis Jahresende noch zwei Neueröffnungen geplant – ein dauerhafter Shop und eine temporäre Aktion.

Jetzt lesen

Nun hofft Haas, dass der Thier-Galerie und der gesamten Einzelhandelsbranche trotz der rasant steigenden Corona-Fallzahlen eine zweite Zwangsschließung erspart bleibt: „Ein zweiter Lockdown wäre für die meisten Unternehmen eine Katastrophe.“

Auch so brauche die Branche nach Haas’ Einschätzung noch ein bis zwei Jahre, um sich von der Corona-Krise zu erholen. Und selbst dann werde der Einzelhandel nicht mehr der sein, der er vor der Krise war: „Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass die ursprünglichen Kundenfrequenzen mittelfristig wieder auf das Niveau von vor der Krise ansteigen werden.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt