Nach Akten-Panne

Wieder Verzögerung: Neuer Schalla-Mordprozess startet später

Jetzt ist es amtlich: Ein verschwundenes Aktenpaket sorgt für eine neue Verzögerung im Schalla-Prozess. Eigentlich sollte die Neuauflage schon kommende Woche beginnen.
Der Angeklagte Ralf H. bestreitet den Mord an Nicole-Denise Schalla. © Martin von Braunschweig

Aktualisierung 2. Juli 2020, 11.14 Uhr:

Das verschwundene Aktenpaket ist wieder aufgetaucht. Das teilte das Landgericht am Donnerstag mit.

So berichteten wir bisher:

Der Prozess gegen den Castrop-Rauxeler Ralf H., der im Oktober 1993 die Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla ermordet haben soll, steht einfach unter keinem guten Stern. Schon während des rund ein Jahr dauernden ersten Verhandlungsdurchgangs war es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Und diese Serie reißt auch jetzt nicht ab.

Erst zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass H. inzwischen zwei neue Pflichtverteidiger an seiner Seite hat und diese natürlich sämtliche bisherigen Verfahrensakten zugeschickt bekommen sollten. Das Landgericht hatte deshalb zwei Pakete auf den Postweg gebracht. Doch nur eins hat sein Ziel auch wirklich erreicht.

Der Verbleib der zweiten Akten-Hälfte ist weiterhin unklar. Fest steht aber seit Mittwoch, dass wegen dieser Post-Panne der eigentlich für Anfang Juli geplante Prozessbeginn nicht mehr eingehalten werden kann. Die Schwurgerichtskammer hat einem Antrag der Verteidiger auf Aussetzung des Verfahrens zugestimmt. Sie sollen ausreichend Gelegenheit zur Vorbereitung bekommen, nachdem Kopien der verschwundenen Akten bei ihnen angekommen sind.

Wie das Landgericht nun mitteilt, soll die Verhandlung deshalb am 4. August beginnen. H. wird vorgeworfen, Nicole-Denise Schalla auf dem Heimweg im Jungferntal erwürgt zu haben. Er bestreitet das.

Ahaus, Heek und Legden am Abend

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