Wieso Briefmarken Menschen auch heute noch begeistern können

mlzBriefmarken sammeln

Gegründet hat sich der Verein von Tridelta-Mitabeitern in einer Zeit, in der täglich Briefe aus aller Welt in der Firma ankamen. Das fasziniert die Briefmarkenfans noch heute an den Marken.

von Rüdiger Barz

Aplerbeck

, 06.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Briefmarken, diese kleinen bunten Postwertzeichen auf Briefen, Postkarten und anderen Postsendungen begeistern auch heute noch, im Zeitalter von E-Mail und Smartphone, eine nicht unerhebliche Zahl von Sammlern.

Das, was auf den ersten Blick schlicht und vielleicht langweilig wirken kann, ist es mitunter gar nicht. Die Sammler des Verein der Briefmarkenfreunde 1969

Dortmund-Aplerbeck / Wickede e.V. begeistern sich nunmehr seit fünf Jahrzehnten für das kleine Stück Papier. Sie ergründen so wichtige Fragen wie: Ist der Stempel lesbar? Ist die Zahnung unbeschädigt? Oder haben wir hier gar ein Luxusstück – eine besonders hochwertige Marke?

Am Anfang stand die Poststelle der Magnetfabrik

Das Gründungsmitglied Matthias Panzer (83) erinnert sich. „In der Magnetfabrik Tridelta kamen im Postbüro Briefe aus aller Welt an. Der Kollege aus der Poststelle hat die Marken gesammelt und teilweise verteilt“, sagt Panzer. Irgendwann war dann die Idee unter den Arbeitskollegen da, einen Verein zu gründen. Das war im Jahr 1969. „Eigentlich jeder hat in meiner Jugend Briefmarken gesammelt. Ich selbst habe schon auf dem Schulhof, im Alter von neun oder zehn Jahren angefangen.“ – „Das war damals so in den 1940er- und 1950er-Jahren. Wir hatten ja nichts anderes, nach dem Krieg“, sagt der Rentner.

Wieso Briefmarken Menschen auch heute noch begeistern können

Ein Posthornsatz, offiziell als Ziffernserie bezeichnet, der Deutschen Bundespost. © Rüdiger Barz

Die „Schätze“ sind in den Alben wohlsortiert und verborgen. Nichts habe er wirklich weggeschmissen in den rund 75 Jahren seines Sammelns, gibt Panzer an. „Ich habe alles noch. Gute eineinhalb Meter nehmen die Alben im Regal ein“, sagt er. Den Wert seiner Sammlung kann der Rentner nicht genau beziffern. „Das hängt ja von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Wie ist der Wert im Katalog, was möchte ein möglicher Tauschpartner geben und wie ist der emotionale Wert eines Stückes.“ Eines weiß das Gründungsmitglied aber sicher: „Die Jagd nach der noch fehlenden Marke geht immer weiter. Auch wenn es weniger geworden ist, die Faszination ist immer noch da.“

Briefmarkenvereine sind gut für Neueinsteiger

Das jahrzehntealte Wissen ist auch ein nicht zu unterschätzender Fundus für Neueinsteiger, merken die Briefmarkenfreunde zum Schluss an. „Wer sich der Freude des Sammelns hingibt, mit dem Sammeln von Briefmarken starten möchte, sollte sich vor Beginn in einem Verein informieren“, sagt der 2. Vorsitzende Jürgen Tech. „Grobe Anfängerfehler lassen sich dadurch gut vermeiden.“ Was dann bleibt, seien die Leidenschaft und ein freundschaftliches Miteinander in „einem der größten Briefmarkenvereine Deutschlands“, wie der Verein nach eigenen Angaben angibt. Wer die „Freunde“ besuchen oder Mitglied werden möchte, ist gern gesehener Gast an einem der Tauschtage.

Kontakt zum Verein: www.briefmarkenwelt-dortmund.de. E-Mail 1. Vorsitzende Gerd Mehwald: gerdmehwald@aol.com. Mit 52 aktiven Mitglieder einer der größten Dortmunder Briefmarkenverein. Das Durchschnittsalter liegt bei 68 Jahren. Ein Luxusstück ist eine Marke die frische, leuchtende Farbe hat, einen klaren Stempel der gut zentriert ist, eine fehlerfreie Zahnung aufweist. Nächster Tauschtag in Aplerbeck, Awo-Begegnungsstätte, Rodenbergstraße 70: 3. September 2019.
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