Wilke-Skandal: Diese Dortmunder Versorger geben Entwarnung - und diese erhielten Wilke-Waren

mlzKeime in Wurst

167 Betriebe wurden mit Wilke-Wurst beliefert. Die Firma soll verkeimte Ware in Umlauf gebracht haben. Details zu Betroffenen nennt die Stadt nicht. Wir haben eine Stichprobe gemacht.

Dortmund

, 11.10.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine stattliche Zahl: 167 Betriebe in Dortmund wurden mit Produkten der Firma Wilke beliefert. Sie haben Bockwürste, Pasteten, Aufschnitt oder Aufstriche der Pleite-Firma aus Hessen erhalten. Das Unternehmen steht im Zusammenhang mit zwei Todesfällen und Dutzenden Krankheitsfällen, ausgelöst anscheinend durch Listerien-Keime in den Wurstwaren.

Zwei Dortmunder Organisationen, die täglich mehrere tausend Menschen mit Mahlzeiten versorgen, konnten jetzt Entwarnung geben: Sowohl das Studierendenwerk Dortmund als auch das Dortmunder Klinikum erklärten auf Nachfrage, nicht mit Wilke-Wurstwaren beliefert worden zu sein.

Diese Unternehmen sind nicht betroffen

Das Klinikum Dortmund habe nur bis Juli Waren der Firma erhalten, seitdem seien die Produkte im Klinikum nicht mehr im Umlauf, wie eine Sprecherin mitteilt. Und auch im Studierendenwerk beziehe man seine Wurstwaren von anderen Herstellern, teilt ein Sprecher mit.

Weitere Gastronomen, Caterer und Organisationen, die in Sachen Listerien auf Nachfrage Entwarnung gaben, sind: Arbeiterwohlfahrt (Awo) Unterbezirk Dortmund, Catering by Mohr, Rewe, Meyer Menü, Aral-Tankstellen und Josephs Catering. Alle gaben gegenüber der Redaktion bei einer Stichproben-Umfrage an, keine Wilke-Waren im Sortiment gehabt zu haben.

Wilke-Produkte in Seniorenheimen und Kantinen

Welche Betriebe dagegen zu den 167 Betroffenen gehören, ist weitgehend unklar.

Die Stadt darf nach eigenen Angaben keine Details zu den von Wilke belieferten Dortmundern nennen.

Durch unsere Recherche konnten zwei betroffene Betriebe identifiziert werden. Die Katholische St. Johannes Gesellschaft bestätigte, in drei Einrichtungen vereinzelt Produkte von Wilke verwendet zu haben.

„Unmittelbar nach Bekanntwerden einer möglichen Kontamination der Produkte durch Listerien-Keime wurden diese aus dem Sortiment genommen und sind durch alternative Hersteller ersetzt worden“, teilte Sprecherin Sandra Baran am Donnerstag mit.

Auch der Dienstleister Wisag, der in Dortmund zwei Betriebsrestaurants betreibt, gab an, bis September über einen Zwischenhändler Wilke-Produkte bezogen zu haben. Auch hier habe man vergangene Woche umgehend alle Waren entfernt, außerdem die Mitarbeiter und Kunden aufgeklärt.

Fünf Betroffene sind bekannt

Sprecher des Awo-Bezirks Westliches Westfalen sowie von DSW21 kündigten für die nächsten Tage Infos zu etwaigen Belieferungen durch Wilke an. DSW21 betreibt ein eigenes Betriebsrestaurant.

Öffentlich an der Rückruf-Aktion beteiligten sich außerdem Metro, Edeka und Ikea. Sie gaben in Mitteilungen an, Waren der Firma Wilke aus dem eigenen Sortiment entfernt zu haben. Ikea bestätigte der Redaktion am Dienstag, alle Waren von Wilke auch aus dem Bistro im Dortmunder Möbelhaus entsorgt zu haben. Ein Edeka-Sprecher will sich am Freitag (11.10.) zur Frage äußern, ob auch Dortmunder Filialen vom Rückruf betroffen sind.

Somit sind fünf Betriebe, die in Dortmund Wilke-Waren erhalten haben, bekannt. Offen ist, welche die übrigen sind.

Die lückenhafte Aufklärung der Verbraucher ist auch der Lebensmittelorganisation Foodwatch ein Dorn im Auge. Sie will nun gerichtlich erzwingen, dass die für die Firma Wilke zuständigen Behörden in Hessen alle Unternehmen und Verkaufsstellen, die mit Wilke-Produkten beliefert wurden, offen legen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt