Mit Maske in die Achterbahn? Das könnte eine Regel für eine Sim-Jü in klein in Werne sein. © Oliver Schaper
Westfalenhallen

Wir haben den Dortmunder Freizeitpark FunDOmio getestet

Kurz vor den großen Ferien hat am Donnerstag der Pop-Up-Freizeitpark FunDOmio eröffnet. Wir haben getestet, ob Achterbahnen, Karussells und Hygienekonzept halten, was sie versprechen.

Am Donnerstagmorgen (25.6.) sehe ich neben dem Florianturm noch einen zweiten, ungewohnten Turm vor dem wolkenlosen Himmel über Dortmund. Es ist der Freie Fall des gerade eröffneten Pop-Up-Freizeitparks FunDOmio, der aus einer gewissen Entfernung beinahe genauso hoch aussieht wie der Fernsehturm.

Obwohl sich mein Magen bei dem Gedanken, aus dieser schwindelerregenden Höhe in die Tiefe zu fallen, ein wenig zusammenzieht, macht sich beim Anblick der ersten Fahrgeschäfte auch noch ein anderes Gefühl in mir breit: Das angenehm nervöse Kribbeln, das ich von Freizeitparkbesuchen als Kind kenne.

FunDOmio ist ein Freizeitpark auf Zeit. Für die Dauer der Sommerferien haben Schausteller, die durch die Corona-Regelungen Verdienstausfälle hatten, ihn an den Westfalenhallen aufgebaut. Wir haben im Selbstversuch getestet, ob er unsere Erwartungen an ein Ausflugsziel während der Corona-Krise erfüllt.

Attraktionen

Zuerst zum wahrscheinlich spannendsten Teil unseres Tests: den Attraktionen. FunDOmio wartet hier mit einer großen Auswahl auf. Vor allem Familien sollten sich an Autoscooter, Riesenrutsche und diversen Karussells lange beschäftigen können.

Die Wildwasserbahn bietet am Ende eines langen Tages – oder bei den aktuellen Temperaturen auch zwischendurch – eine willkommene Abkühlung. Für Adrenalinliebhaber fehlen auch Achterbahn, Riesenschaukel, Geisterbahn und Freier Fall nicht.

Auf der Riesenrutsche geht es ganz schön schnell, für mutige Kinder ist sie aber zu empfehlen. Findet auch Tim, der sie mit seinem Vater gleich noch ein zweites Mal hinunterrutscht. Das Riesenrad „Roue Parisienne“ überzeugt mit einer gewissen Portion Nostalgie und einem atemberaubenden Blick über Dortmund.

Der Freie Fall sieht auch aus der Nähe ziemlich hoch aus, obwohl er an den Fernsehturm doch nicht ganz heranreicht. Wer rasantere Fahrgeschäfte dieser Art mag, kommt auf seine Kosten. Das Kettenkarussell nimmt am Ende der Runde ziemlich Fahrt auf. Ich verlasse es mit einem angenehmen Schwindelgefühl und etwas weichen Knien. Aber hoch über der B1 zu schweben, war schön. Die Karussellfahrt hat sich gelohnt.

Fotostrecke

Die schönsten Bilder vom ersten Tag im FunDOmio

Mein Favorit ist aber die Achterbahn „Wilde Maus“. Scharfe Kurven und mindestens zwei steile Abfahrten haben mich ziemlich durcheinandergewirbelt. Und schon der Weg zu den Wagen ist spannend: Er führt über einen wackeligen Parkour aus Drehscheiben im Boden und eine Hängebrücke.

Nachmittags gibt es im FunDOmio außerdem diverse Shows. Am Eröffnungstag Stelzentheater, Messerjonglage und Zauberei.

Raum und Zeit

Ben und Niklas sind mit ihrer ganzen Familie inklusive der Großeltern im Park. Sie haben die Tickets für das FunDOmio zum Zeugnis geschenkt bekommen.

Ihre fachmännische Beurteilung: Der Autoscooter und die „Wilde Maus“ sind bisher hoch im Kurs, könnten aber an der Spitze der Rangliste gegen Nachmittag von „Apollo 13“ abgelöst werden.

Denn was nach Weltraummission klingt, sind in Wahrheit zwei Gondeln an beiden Enden einer gut fünfzig Meter langen Strebe, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern um ihren Mittelpunkt wirbelt. Ich schäme mich nicht, zu sagen, dass ich hier passen musste.

Hygienekonzept

Die zweite wichtige Frage: Wie hoch ist die Corona-Sicherheit im Park? Desinfektionsmittel gibt es reichlich. Vor jeder Attraktion einen Spender und am Haupteingang nahe der U-Bahn-Haltestelle Westfalenhallen gleich mehrere. In den Fahrgeschäften und Warteschlangen sowie an den Gastronomie-Hütten herrscht Maskenpflicht. Daran erinnern Schilder im Park.

Den Eröffnungstag haben die Veranstalter bewusst auf den Donnerstag vor den Ferien gelegt. „Es ist ein Probetag, damit wir die Hygienemaßnahmen mit wenigen Besuchern testen können“, erklärt Veranstalter Patrick Arens.

Video

Dortmunder Freizeitpark auf Zeit: FunDOmio startet

Gegen 13 Uhr befinden sich rund 400 Menschen auf dem Gelände. Ich hätte die Zahl sogar noch geringer geschätzt – im Park verläuft es sich. Für das Wochenende (27./28. Juni) sind schon weit mehr Tickets verkauft worden. Die Obergrenze liegt aber immer bei 5000 Menschen.

An der frischen Luft und dank dieser Regeln fühle ich mich gut vor dem Coronavirus geschützt. Neben dem geringeren Infektionsrisiko haben die begrenzten Besucherzahlen einen weiteren Vorteil: Man muss nirgends lange anstehen.

Gastronomisches

Buden mit Volksfest-Klassikern – Zuckerwatte, Bratwurst, Pommes, Slush-Eis und Crêpes – gibt es an mehreren Stellen, zusätzlich einen Gastronomiebereich. Positiv überrascht hat mich, dass es einen ganzen Stand mit vegetarischem Essen gibt. Die Preise bewegen sich auf Volksfest-Niveau.

Ein kleines, auch der Corona-Situation geschuldetes Manko: Trinkbrunnen mit kostenlosem Wasser fallen weg. Für Pausen gibt es aber rund 1000 Sitzmöglichkeiten.

Fazit

Der Eintrittspreis für das FunDOmio liegt mit 34 Euro für Erwachsene und 29 Euro für Kinder auf den ersten Blick relativ hoch. „Es ist aber auch viel mehr als nur eine eingezäunte Kirmes“, sagt Patrick Arens. „Man kann bis zu elf Stunden lang, von 10 bis 21 Uhr, alle Attraktionen beliebig oft nutzen.“

Stefanie, die als Begleitperson für Ben und Niklas mitgekommen ist, findet den Preis nicht zu hoch. „Das relativiert sich“, sagt sie. „Wenn wir für jede Fahrt einzeln bezahlen müssten, wäre das teurer.“ Außerdem hofft sie, dass das Konzept für die Schausteller aufgeht.

Mein Fazit des Ausflugs: Man fährt im Alltag viel zu selten Achterbahn. Und: Erwachsene sollten nie vergessen, wie schön eine Karussellfahrt sein kann.

Tickets

Eine Tageskasse gibt es auch

  • Die Veranstalter bitten darum, die Tickets unter www.freizeitpark-dortmund.de online zu besorgen. „Das erspart euch Wartezeiten und erleichtert uns die Einhaltung der Vorschriften“, heißt es.
  • Eine Tageskasse gibt es auch – „hier müssen aber auch Adressdaten erfasst werden“. Ob man mit dem Ticket auch den ÖPNV benutzen kann? Das ist laut Fundomio-Homepage noch offen.
Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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