„Wir setzen auf Sieg!“ Grüne OB-Kandidatin Schneckenburger rechnet sich echte Chancen aus

mlzOB-Wahlkampf 2020

Die Grünen in Dortmund setzen mit ihrer OB-Kandidatin Daniela Schneckenburger „auf Sieg nicht auf Platz“. Auch die Bewerberin selbst sieht „die Zeit für mehr Grün“ in Dortmund gekommen.

Dortmund

, 10.01.2020, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angesichts gestiegener Umfragewerte, der Fridays-for-Future-Bewegung und Fahrrad-Demonstrationen vor dem Rathaus für eine Verkehrswende sieht die grüne Schul-, Familien- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger die Zeit „für mehr Grün in Dortmund“ gekommen. Sie will nach reiflicher Überlegung als Oberbürgermeister-Kandidatin für die Grünen bei der Kommunalwahl am 13. September antreten.

Vor Weihnachten habe ihre Entscheidung festgestanden, sagte die 59-Jährige gegenüber dieser Redaktion. „Ich habe sorgfältig überlegt, ob ich diese Aufgabe, Oberbürgermeisterin von Dortmund zu werden, angehen will und welche Voraussetzungen ich dafür mitbringe, weil ich mir im Klaren darüber bin, dass diese Kandidatur unter anderen Voraussetzungen als früher stattfindet“, sagt Schneckenburger.

Politische Gewissheiten tragen nicht mehr

Das Parteiensystem sei in Bewegung, weil die Menschen spürten, dass die bisherigen politischen Gewissheiten nicht mehr trügen, „Wir sind auch deswegen als Grüne in anderer Weise gefragt als bisher“, schreibt die Kandidatin in einer Rundmail an die Parteimitglieder. Die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes muss sie noch am 6. Februar offiziell nominieren.

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Schneckenburger, erfahren in Politik und Verwaltung, lebt seit 30 Jahren in Dortmund, engagiert sich seit 1994 in unterschiedlicher Weise für die Stadt – zunächst viele Jahre als Kommunalpolitikerin und Sprecherin der Ratsfraktion, dann als Landesvorsitzende der Grünen, als Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag und aktuell als Beigeordnete im Verwaltungsvorstand der Stadt.

Fairer Wahlkampf

Dort sitzt mit Thomas Westphal (SPD) auch einer ihrer Konkurrenten um das OB-Amt. „Ich lege großen Wert darauf, dass es einen fairen Wahlkampf gibt“, sagt Schneckenburger. Die Konkurrenzsituation dürfe die Arbeit für die Stadt nicht beeinflussen. „Ich gehe davon aus, dass das die andere Seite genauso sieht“.

Mit den Bewerbern Westphal, dem CDU-Kandidaten Dr. Andreas Hollstein und ihrer Person gebe es „ein gutes Angebot an die Stadt,“ sagt Schneckenburger, „mit unterschiedlichen persönlichen und politischen Profilen“.

Schneckenburgers Themen sind die Verkehrswende und eine verbesserte Lebensqualität in der Stadt, die Transformation einer Stadtgesellschaft in Zeiten des Klimawandels einschließlich der wirtschaftlichen Chancen und nicht zuletzt die Bildung. Gleichzeitig sei ihr wichtig, „dafür zu sorgen, dass alle mitgenommen werden – damit wir als Stadtgemeinschaft eine lebendige, einander verbundene und starke demokratische Gemeinschaft in Vielfalt bleiben.“

„Versierte Sozialpolitikerin“

„Als versierte Sozialpolitikerin“ stehe Schneckenburger für Zusammenhalt und Solidarität innerhalb der Stadtgesellschaft und darüber hinaus“, unterstreichen auch die beiden Grünen-Parteisprecher Katja Bender und Julian Jansen: „Als ehemalige wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion ist es ihr ein Anliegen, dass sich ambitionierter Klimaschutz mit wirtschaftlichem

Erfolg und der zukunftsfesten Sicherung von Arbeitsplätzen in Dortmund zusammenbringen lässt.“

Mit Daniela Schneckenburger kandidiere „eine leidenschaftliche Dortmunderin, die seit vielen Jahren fest in Dortmund beheimatet ist, unsere Stadt genau kennt und sich seit vielen Jahren engagiert für sie einsetzt“, so die Parteispitzen. Rückenwind verspüren sie auch von zahlreichen Neueintritten bei den Dortmunder Grünen, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen vor Ort feiern konnten.

Ihre Bewerbung sei keine Zählkandidatur, betont Schneckenburger, angesichts einer wachsenden Zustimmung zu grüner Politik, „wir wollen das machen.“ Julian Jansen ergänzt: „Wir haben den Anspruch, etwas zu verändern und die SPD von der Macht zu verdrängen. Wir setzen auf Sieg, nicht auf Platz.“

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