Sekundarschul-Altbau: Fällt die Ehrentafel der Zeche Westhausen dem Abriss zum Opfer?

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Eine Tafel im Altbau der Reinoldi Sekundarschule erinnert an Weltkriegsopfer der Zeche Westhausen. Und genau dorthin soll sie nach dem Abriss zurück. Doch es gibt ein Problem.

Westerfilde

, 17.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hauptschule Westerfilde und die Nikolaus-Kopernikus-Realschule haben im Sommer 2017 endgültig ihre Türen geschlossen. Bereits 2012 nahmen beide Schulen keine Fünftklässler mehr auf. An ihre Stelle trat die Reinoldi Sekundarschule.

Bislang nutzt die Sekundarschule die Räumlichkeiten der ehemaligen Haupt- und Realschule. 2020 soll sie in den Neubau nebenan ziehen. Der Altbau wird im Zuge dessen abgerissen.

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„Im ältesten Teil der ehemaligen Hauptschule gibt es zwei Wandelemente, auf die mich die Firma, die die neuen Gebäudeteile baut, noch einmal aufmerksam gemacht hat“, sagt Sekundarschulleiter Christian Pätzold. Und eines davon sei unbedingt erhaltenswert.

Heimatverein möchte Ehrentafel übernehmen

Die Schule habe einen guten Kontakt zum Heimatverein Bodelschwingh und Westerfilde. Dessen Vorsitzender, Gerd Obermeit, habe sich die beiden Wandelemente angesehen: eine Ehrentafel und ein Mosaik.

„Das Mosaik hat keine größere Bedeutung für den Ort oder für die Schule“, sagt Christian Pätzold. „Wir wissen auch nicht, wie und warum es entstanden ist.“ So mache es wenig Sinn, das Mosaik im Obergeschoss zu erhalten und auszustellen.

Sekundarschul-Altbau: Fällt die Ehrentafel der Zeche Westhausen dem Abriss zum Opfer?

Dieses Mosaik im Obergeschoss der ehemaligen Hauptschule soll nicht erhalten werden. © Carolin West

Die etwa Kleiderschrank große Ehrentafel eine Etage tiefer hingegen möchten Pätzold und Obermeit unbedingt retten. Sie erinnert an die Weltkriegsopfer (1914-1918) der Zeche Westhausen in Bodelschwingh.

„Dort hing sie auch vorher – wir vermuten, dass sie im Zuge der Eröffnung der Hauptschule 1957 dort eingezogen ist“, sagt Gerd Obermeit. Nun soll die Tafel auf das Zechengelände zurückkehren. Der Heimatverein würde die Tafel gerne vor dem dortigen Bergbaumuseum platzieren.

Kann die Ehrentafel erhalten werden?

Das Problem: Das Schulgebäude gehört der Stadt Dortmund, ohne deren Hilfe kann der Heimatverein nichts ausrichten. „Die Stadt muss hier die Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass die Tafel erhalten bleibt“, sagt Obermeit.

Es sei mit der Stadt abgesprochen, der Sekundarschule und dem Heimatverein das zuständige Abbruchunternehmen mitzuteilen. „Dann könnte man gemeinsam besprechen, wie die Tafel erhalten werden kann“, erklärt Gerd Obermeit. Ein neuer Standort sei schließlich gefunden und auch der Transport könne organisiert werden.

Sekundarschul-Altbau: Fällt die Ehrentafel der Zeche Westhausen dem Abriss zum Opfer?

Die Tafel ist nicht mehr in einem Stück und zudem rissig. © Carolin West

Lediglich das Herauslösen aus der Wand bereite Probleme: Denn die Tafel hängt nicht in einem Stück im Hauptschul-Altbau, sondern ist von Sandstein umrahmt und in 13 Teile zerstückelt in die Wand einzementiert.

„Die Tafelstücke müssten vermutlich sehr behutsam herausgelöst werden – nur das Abbruchunternehmen kann sagen, inwieweit das möglich ist“, sagt Christian Pätzold.

Heimatverein sorgt sich um die Ehrentafel

Und genau hier liegt die Sorge von Gerd Obermeit. Gibt es keinen rechtzeitigen Kontakt mit dem oder eine Information für das Abbruchunternehmen, könnte die Ehrentafel dem Abriss des Altbaus zum Opfer fallen.

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch (SPD) ist bereits im Gespräch mit Christian Pätzold und Gerd Obermeit. „Es ist im Prinzip alles besprochen – wir müssen nur noch wissen, ob die Tafel nun erhalten werden kann oder nicht“, sagt Tölch.

Unter Denkmalschutz stehe die Ehrentafel wohl nicht, dennoch wünscht sich auch der Bezirksbürgermeister ihren Erhalt.

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Alle Beteiligten hoffen nun auf die Unterstützung der Stadt. Eine Anfrage an die Stadt Dortmund zum Sachstand läuft. „Ich dachte auch, eine Stadt schaut im Vorfeld, ob es in einem Gebäude etwas Erhaltenswertes gibt“, sagt Christian Pätzold.

Doch angeschaut habe sich die Tafel bisher nur Gerd Obermeit. „Es ist einfach wichtig, dass die Geschichte erhalten bleibt“, sagt er.

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