Wirt gibt den Alten Bahnhof in Huckarde nach 15 Jahren auf

mlzRestaurant schließt

Das Restaurant „Alter Bahnhof“ in Huckarde schließt. Wirt Sigurd Marmetschke reagiert damit auf ein verändertes Kundenverhalten. Noch bis Ende Mai plant er einige Aktionen, dann ist Schluss.

Huckarde

, 24.01.2019, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten drei Jahre in Huckarde waren hart, danach kam der Erfolg, bis es in den vergangenen Jahren wieder schwieriger wurde – so lautet die Bilanz von Sigurd Marmetschke (55), der seit 2004 Wirt und Küchenchef im Alten Bahnhof in Huckarde ist.

Noch immer bewertet er seinen Betrieb als Erfolg: „An den Wochenenden im Winter sind wir immer ausgebucht. Selbst Stammkunden müssen wir manchmal absagen.“ Doch, und das ist der Kern des Problems, das gilt nur noch für den Winter. In den Sommermonaten, Sigurd Marmetschke sagt „von Mai bis Oktober“, ist das Geschäft komplett eingebrochen.

Veranstaltungen im Sommer

„Es gibt allein in Dortmund an jedem Sommer-Wochenende mindestens drei große Veranstaltungen, bei denen man auch Essen kann.“ Das lasse für reine Speise-Restaurants wie seinem kaum noch Kunden übrig. „Zuletzt war es so, dass der Sommer unsere Gewinne aus dem Winter aufgefressen hat.“ Für den vergangenen Supersommer hat er deshalb nur eine Bewertung: „Armageddon“. Denn wegen Bäumen, die ihre Rinde abwarfen und Wespen war auch sein Biergarten praktisch nicht benutzbar.

In der kommenden Woche wird er mit seinem Vermieter sprechen und ihn über zwei Interessenten für eine Nacholge informieren. Erst vor zwei Monaten hatte es einen Besitzerwechsel der Immobilie gegeben. Sigurd Marmetschkes Entschluss, nicht mehr alleine auf den Standort Huckarde zu setzen, ist aber viel älter.

Crossover-Küche

Bereits vor über einem Jahr übernahm er das Restaurant Habbel‘s in Sprockhövel. Dort hatte er früher schon mal gearbeitet. Zunächst hatte er die Hoffnung, zwei Restaurants führen zu können. Doch im vergangenen Jahr kam dann die endgültige Erkenntnis, dass das neue Restaurant den Alten Bahnhof nur mit durchzieht. „So machts keinen Sinn“, sagt Sigurd Marmetschke.

In Sprockhövel wird Sigurd Marmetschke die gleiche Küche anbieten wie in Huckarde. „Es ist eine Crossover-Küche“, beschreibt er seinen Stil. „Bekannte Gerichte aus aller Welt mit kleinen, besonderen Variationen.“ Außerdem legt Sigurd Marmetschke viel Wert auf eine große Auswahl an Weinen gelegt.

Vorfreude auf das Menue Karussell

Jetzt freut sich Sigurd Marmutschke erst mal auf die Aktion „Menue Karussell“. „Die bringt noch mal tausend Gäste im Februar im März. Danach plant Marmetschke ein paar Aktionen für Stammkunden, die in den vergangenen Monaten mal keinen Tisch nach Wunsch reservieren konnten. Über weitere Abschiedsveranstaltungen will Sigurd Marmetschke noch nachdenken. Eine Idee wäre am letzten Tag im Mai ein „Den-Keller-leer-Essen.“

Für Huckarde wäre eine Schließung des Alten Bahnhofs ohne Nachfolger ein Schlag, sagt Wolfgang Huhn. Als stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins Huckarde macht er folgende Rechnung auf: „Die Stammkunden des Alten Bahnhof sind zu 80 Prozent Menschen, die nicht aus Huckarde kommen. So hat Huckarde immer Besucher von außerhalb bekommen, die vor dem Restaurant-Besuch auch noch mal das ein oder andere Geschäft besucht haben.“

Ein Leuchtturm für Huckarde

Für Christian Oecking, Chef des Gewerbevereins geht mit Marmetschkes Küche ein „Leuchtturm“ für Huckarde. „Aber wir sind gastronomisch immer noch besser aufgestellt als manch anderer Ortsteil.“ Mit „Marples in der Alten Mühle“, der „Marktschänke“,

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