Wittbräucker Straße: „Stauumfahrung“ führt zu Slalomfahrten

mlzVerkehr in Dortmund

Die Wittbräucker Straße ist die Ost-West-Achse im Dortmunder Süden. Ist sie voll, wird gerne auch mal durch Anliegerstraßen abgekürzt. Anwohner berichten von Chaos.

Holzen

, 07.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es nach der Familie Müller ginge, bräuchte Holzen in manchen Bereichen ein neues Verkehrskonzept. Am Heideweg zum Beispiel oder auch an der Gartenstraße.

Heideweg ein neuralgischer Punkt

Der Heideweg ist einer der neuralgischen Punkte. Von der Kreisstraße führt er in Richtung Wannebachtal. Es gilt Tempo 30. Eine typische Wohnstraße eben. Wenn es nicht den Kreuzungsbereich an der Kreisstraße gebe.

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Hier gibt es Ärzte, Apotheken und mehrere Geschäfte. Die Kunden halten kurz für einen Arztbesuch oder machen einen Sprung in die Apotheke am Fahrbahnrand. Vorzugsweise auf der rechten Seite. Die Fahrzeuge stehen oft „lückenlos“ hintereinander, was ein Befahren des Heideweges bei Gegenverkehr zu einem Erlebnis der anderen Art macht.

Die Gartenstraße aus Blickrichtung Süden.

Die Gartenstraße aus Blickrichtung Süden. © Jörg Bauerfeld

Gegenverkehr gibt es reichlich. Vor allem in den Stoßzeiten, so sehen das zumindest die Müllers, die ihre Vornamen nicht verraten möchten. „Die fahren hier entlang wie an einer Perlenkette. Hier muss man morgens immer warten und Slalomfahren. Ich bin immer froh, wenn ich das Stück hier geschafft habe“, sagt Frau Müller.

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Aber wo kommen die Fahrzeuge her? Laut den Anwohnern aus Richtung der Wittbräucker Straße. Oft seien es Fahrzeuge mit auswärtigen Nummernschildern. Witten, Unna – und natürlich auch Menschen aus Dortmund, die ein Stück Wittbräucker Straße abkürzen wollen.

Die Einmündung der Gartenstraße zur Wittbräucker Straße.

Die Einmündung der Gartenstraße zur Wittbräucker Straße. © Jörg Bauerfeld

30 Jahre wohnen die Müllers in Holzen. „Der Verkehr ist immer schlimmer geworden“, sagt Frau Müller.

Das Problem liegt ein paar Hundert Meter nördlich, an der Wittbräucker Straße. Aus Richtung B54 kommend ist die Hauptverkehrsachse an der Einmündung zur Kreisstraße oft voll. Das kostet Zeit. Also geht es in Richtung Süden durch die Gartenstraße. Das Anlieger-Schild ist da kein Hindernis.

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Und jetzt, durch die Sperrung des Limbecker Postweges, der auch gerne als Abkürzung genutzt wird, nimmt der Verkehr auf der Gartenstraße zu. Auch Polizeikontrollen soll es eher weniger geben. „Obwohl hier auch ganz schön gerast wird“, sagen die Müllers.

Bezirksbürgermeister sieht keine Probleme

Aber was sagt die lokale Politik zu der Situation? Wenig. Zumindest ist das Problem in der Bezirksvertretung Hörde nicht als solches bekannt. „Dass die Gartenstraße als Schleichweg genutzt wird, ist noch nicht an uns herangetragen worden“, sagt Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris (SPD).

„Ich kann mir das nicht vorstellen, weil es nicht sonderlich attraktiv ist, die Gartenstraße als Abkürzung zu nutzen“, sagt Hillgeris und er meint damit die baulichen Gegebenheiten.

Im oberen Teil der Straße sind Baumscheiben und es folgt eine Rechts-vor-links-Straße nach der anderen. „Der ein oder andere wird hier durchfahren. Aber der macht das einmal und dann nicht wieder“, sagt Hillgeris.

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