Wo Dortmund wächst – und wo die Stadt schrumpft

mlzBevölkerungsentwicklung

Um rund ein Prozent ist die Dortmunder Bevölkerung in den vergangenen drei Jahren gewachsen. Aber nicht überall gleich. Die interaktive Karte zeigt, welche Viertel boomen – und welche nicht.

Dortmund

, 13.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund wächst – allerdings nicht aus eigener Kraft. Um rund ein Prozent ist die Stadt in den vergangenen drei Jahren gewachsen – vor allem durch Zuzügler. Oder anders gesagt: Im Jahr 2018 lebten rund 6000 Menschen mehr in Dortmund als 2015. Wie zeigt sich das in den verschiedenen Quartieren? In welchen Vierteln wächst die Stadt und welche Viertel schrumpfen?

Interaktive Karte: Durchschnittliche Bevölkerungsentwicklung

Blaue Viertel sind in den vergangenen drei Jahren gewachsen, rote geschrumpft. Die Daten berücksichtigen Umzüge sowie Geburten und Sterbefälle aus den Jahren 2016, 2017 und 2018. Wenn Sie ein Viertel auswählen, erhalten Sie weitere Informationen. Datenquelle: Stabsstelle Statistik der Stadt Dortmund.

Am stärksten gewachsen sind in den vergangenen drei Jahren Hörde und dessen unmittelbare Umgebung. Als Grund dafür drängt sich der Phoenix-See auf. Allein im unmittelbaren Seeumfeld und am Remberg leben 2018 rund 1500 Menschen mehr als drei Jahre zuvor. Auch gemessen an der vorherigen Bevölkerung ist Hörde stark gewachsen: Für hundert Bewohner im Umfeld des Phönix-Sees im Jahr 2015 sind in den vergangenen drei Jahren 8 Neu-Hörder hinzugekommen. Etwa 3 davon sind neu nach Dortmund gekommen , weitere 3 von innerhalb Dortmunds nach Hörde umgezogen, die übrigen 2 sind in Hörde geboren worden.

Neubaugebiete bringen Wachstum

Auch neue Wohngebiete lassen sich deutlich an der Wachstumskarte ablesen: Das Neubaugebiet Hohenbuschei zeigt sich mit über 500 Einwohnern mehr im Brackeler Feld, das Stadtquartier-Ost am Kaiserbrunnen sogar mit knapp 900. Auch hier kommt ungefähr die Hälfte der neu zugezogenen Einwohner aus Dortmund selbst.

Allerdings zeigt sich auch der Wegfall von Wohnraum deutlich: Über die vergangenen drei Jahre mit am stärksten geschrumpft ist Dorstfeld (um rund 3,5 Prozent). Und das auch nur in den Jahren 2017 und 2018 – vorher gab es noch ein leichtes Wachstum. Der Grund ist wohl vor allem der Wegfall von rund 400 Wohnungen im Hannibal.

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Auch im äußeren Osten und im äußeren Nordwesten, am Hafen sowie südlich des Wachstumsviertels Hörde schrumpft Dortmund. Gemessen an der Wohnbevölkerung ist Brüninghausen im Nordwesten sogar am stärksten geschrumpft. Eine Besonderheit gibt es in der City: Während der vom Wall umschlossene innere Teil leicht gewachsen ist, ging die Bevölkerung entlang der Außenseite des Walls zurück.

Nicht aus eigener Kraft

Losgelöst von der Ebene der Viertel ist Dortmund in den vergangenen drei Jahren insgesamt gewachsen. Aber nicht aus eigener Kraft. Betrachtet man nur die Geburten und Sterbefälle, schrumpft die Stadt. Rund 1000 Menschen sind jährlich mehr gestorben, als geboren worden sind. Auch hierbei lassen sich Muster erkennen – zum Beispiel in der Dimension Nord-Süd.

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Mehr als ausgeglichen wurden die Sterbefälle durch Menschen, die nach Dortmund gezogen sind. Betrachtet man nur die Zu- und Abwanderer, so sind rund 3000 Menschen jährlich mehr nach Dortmund gezogen, als aus Dortmund weggezogen sind. Gut ein Drittel (36 Prozent) der Dortmunder Zuwanderer kam aus dem Ausland, rund die Hälfte (49 Prozent) aus NRW. Aus dem restlichen Bundesgebiet kam weniger als ein Fünftel (15 Prozent) der Zuwanderer.

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Viel Bewegung gab es in Dortmund vor allem in der Nordstadt und Eving sowie in den dichter besiedelten Viertel rund um die Innenstadt. Hier gab es viele Zu- und Fortzüge, die sich teilweise gegenseitig ausgeglichen haben, so dass das die Bezirke nur vergleichsweise schwach gewachsen sind.

Deutlich wird aber auch: Dort, wo neuer Wohnraum geschaffen wurde, wurde er auch nachgefragt. Wie viele Großstädte hat auch Dortmund Menschen aus dem Umfeld angezogen. Zu der Frage, warum Menschen nach Dortmund kommen, läuft übrigens aktuell eine Umfrage der Stadt. Mit Ergebnissen ist allerdings erst im kommenden Frühjahr zu rechnen.

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