Wofür stehen eigentlich die Symbole in der Amtskette des Oberbürgermeisters?

mlzThomas Westphal

Nach seiner Vereidigung darf der neue Oberbürgermeister Thomas Westphal nun auch offiziell die Amtskette tragen. Sie ist ein Schmuckstück mit Geschichte - das selten zu sehen ist.

Dortmund

, 12.11.2020, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war ein symbolträchtiger Ort: Vor der Statue es „Eisernen Reinoldus“ im Alten Stadthaus, die an den Dortmunder Stadtpatron aus dem Mittelalter erinnert, übergab Ex-Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Donnerstagvormittag (12.11.) die goldene Amtskette an seinen Nachfolger Thomas Westphal. Die Kette hat eine hohe symbolische und historische Bedeutung.

Amtsketten der Bürgermeister sind in Deutschland seit dem Mittelalter ein Symbol der städtischen Freiheit. Die nachweislich älteste Dortmunder Amtskette trug Oberbürgermeister Karl Zahn, der von 1847 bis 1871 an der Spitze der Stadt stand, teilt die Stadtverwaltung mit. Diese Amtskette ist allerdings verschollen.

Die heutige Amtskette, die der Oberbürgermeister zu besonderen offiziellen Anlässen trägt, stammt aus dem Jahre 1959. Sie wurde erstmals vom Oberbürgermeister Dietrich Keuning zur Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und Amiens getragen. Der Dortmunder Goldschmied Albert Litzinger hat sie aus Silber und Gold gefertigt.

Das zeigt die Amtskette

Zwischen den Kettengliedern befinden sich Symbole der Dortmunder Wirtschaft: Dargestellt sind Industrie, Bergbau, Braukunst, Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Die Schlussplatte stellt Dortmunds Schutzpatron, den heiligen Reinoldus, dar. Der Untergrund ist ein Stück Kohle aus einer Dortmunder Zeche.

Das Stadtwappen ziert den Anhänger der Amtskette des Oberbürgermeisters.

Das Stadtwappen ziert den Anhänger der Amtskette des Oberbürgermeisters. © Dieter Menne (A)

Der große Kettenanhänger zeigt das Dortmunder Stadtwappen, den Reichsadler. Er erinnert an die Zeit Dortmunds als Freie Reichs- und Hansestadt. Das Westfalenross, das alte Wappen Westfalens, ziert das mittlere obere Kettenglied. Als Untergrund wurde hier ein roter Stein gewählt, da Westfalen traditionell als das „Land der roten Erde“ bezeichnet wird.

Der Einsatz der Amtskette

Auch, wann die Kette getragen werden soll, ist amtlich geregelt. „Der (Die) Oberbürgermeister(in) trägt bei besonderen Anlässen die Amtskette der Stadt Dortmund“, heißt es in Paragraph 13, Absatz 4 der städtischen Hauptsatzung.

Besondere Anlässe sind etwa der Empfang hochrangiger Gäste, der Neujahrsempfang der Stadt oder das alljährliche Reinoldimahl. Ansonsten ruht die Amtskette gut verwahrt im städtischen Tresor.

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