Elektrokleingeräte wie Toaster und Föhn, aber auch CDs und DVDs dürfen seit Jahresbeginn nicht mehr in die „gelbe Tonne“. © Kolle
Entsorgung Dortmund

Wohin mit dem Elektroschrott? „Gelbe Tonne“ ist in Dortmund jetzt tabu

Von vielen Dortmundern unbemerkt darf Elektroschrott seit Jahresbeginn nicht mehr in die „gelbe Tonne“ geworfen werden. Aus der Politik kam der Wunsch nach Alternativen. Doch ist das nötig?

Nur ein Aufkleber auf dem Deckel der „gelben Tonne“ zeigt, dass sich am Inhalt etwas geändert hat. Durften bis Ende 2021 noch Elektro-Kleingeräte wie Toaster, Fön, Radiowecker, CDs und DVDs in die kombinierte Wertstofftonne wandern, ist das jetzt verboten.

Denn die EDG bezweifelt, dass Altbatterien und Akkus, so wie vorgeschrieben, von den Bürgern vorher aus Kleingeräten entfernt und getrennt entsorgt werden. Und sie verweist darauf, dass man Kleingeräte sowie CDs und DVDs bei den sechs Recyclinghöfen gebührenfrei abgeben kann. Oder in Kombination mit einem Großgerät (Gebühr 10 Euro) vom Elektro-Service der EDG abholen lassen kann.

Für „Die Linke+“ im Rat ist das „ein absoluter Rückschritt in Sachen Nachhaltigkeit und Recycling“. Die Vorstellung, dass jemand, der kein Auto hat, seinen defekten Toaster mit Bus und Bahn zum nächsten Recyclinghof bringe, sei unrealistisch. In den meisten Fällen werde dieser Elektroschrott im Restmüll landen und wertvolle Rohstoffe könnten nicht wiederverwertet werden, so die Fraktion.

Sammelcontainer für Elektroschrott

Um das zu vermeiden, initiierte „Die Linke+“ den Auftrag an die EDG zu prüfen, welche ehemaligen Standorte von Textil-Sammelcontainern sich – als Ergänzung zu den Recyclinghöfen – als dezentrale Sammelstellen für die Entsorgung von Elektro-Kleingeräten eignen.

Das Ergebnis: Die ehemaligen Altkleider-Container und -Standorte werden alle für die Altpapiersammlung gebraucht. Zudem bestünde bei Sammelcontainern für Elektroschrott die Gefahr, dass diese geplündert würden, um die werthaltigen Bestandteile aus den Geräten zu stehlen. Doch ohne diese ließen sich die Sammelcontainer nicht finanzieren und würden den Gebührenhaushalt belasten.

Für Utz Kowalewski war diese Antwort im Finanzausschuss nicht befriedigend. In anderen Städten funktioniere das unproblematisch. „Wenn man es will, könnte man eine Lösung finden.“

Keine auffälligen Fehlbefüllungen

Auch Michael Kauch, Fraktionschef von FDP/Bürgerliste, konnte dem Vorschlag etwas abgewinnen: „Am Ende stellt sich die Frage: Haben wir eine bürgerfreundliche Lösung, die sicherstellt, dass alle Elektro-Kleingeräte dort landen, wo sie sollen?“

Ein weiterer Antrag könnte nun folgen. Doch handelt es sich bei der „gelben Tonne“ ohne Elektroschrott wirklich um ein Angebot, das die Bürger jetzt vermissen? Landen Toaster und Föhn doch unerlaubt in der Wertstofftonne“?

Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte die EDG, dass es keine Auffälligkeiten bei Fehlbefüllungen gebe. Auch die Abgabemenge bei den Recyclinghöfen sei gleich geblieben – und vorher schon nicht sehr hoch gewesen.

Infos über das, was in die Wertstofftonne darf, gibt es unter www.dowert-macht-mit.de

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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