Wohnen an der B1: Neues Großprojekt entsteht am Wittekindshof

mlzBauen in Dortmund

Eine Brachfläche am Parkhotel Wittekindshof soll sich in ein Wohnquartier verwandeln. Das für Dortmund wohl einzigartige Projekt richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe.

Gartenstadt

, 14.05.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Direkt hinter dem Parkhotel Wittekindshof gibt es seit vielen Jahren nichts außer einer Wiese. In ein paar Jahren schon wird das anders sein. Denn auf der Brachfläche entsteht ein neues und für Dortmund einzigartiges Quartier, das direkt bis an die B1 reichen wird.

Die katholische St.-Johannes-Gesellschaft, das Büro Stahlberg Architekten und das Immobilienunternehmen DIAG errichten auf der einstigen Tennisanlage und im direkten Umfeld ein Seniorenheim, vier Wohnhäuser, eine Tagespflege, eine direkte Anbindung an das Parkhotel Wittekindshof, zwei neue Zufahrten von Hauptverkehrsstraßen. Damit entsteht ein Wohnviertel zwischen Bundesstraße und Defdahl.

Zentrale Bausteine bilden das neue Quartier

Der Grundgedanke hinter diesem Projekt: Ältere Menschen sollen gut versorgt sein, sie sollen vor der Haustür genug Möglichkeiten haben, ihr Leben zu leben und sich zu vernetzen.

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„Es ist eine Kombination verschiedener Angebote“, sagt Friedhelm Evermann, Leiter der Alten- und Jugendhilfe der katholischen St. Johannes-Gesellschaft. Die zentralen Punkte der Planung greifen dabei ineinander.

Auf dieser Fläche zwischen Wittekindshof sowie Defdahl, Lübkestraße und Hamelmannstraße soll ein neues Quartier entstehen.

Auf dieser Fläche zwischen Wittekindshof sowie Defdahl, Lübkestraße und Hamelmannstraße soll ein neues Quartier entstehen. © Oliver Schaper

  • Das Seniorenheim: Entstehen wird es als zweieinhalbgeschossiger Neubau des St. Josefinenstifts, wo derzeit noch am Ostwall Senioren betreut werden. Eine notwendige Sanierung war im bestehenden Gebäude nicht möglich, der Umzug in die Gartenstadt ist schon seit Ende 2018 beschlossene Sache.
    Der Neubau im Osten der Fläche hinter dem Parkhotel Wittekindshof wird Platz für 88 Senioren in Einzelzimmern mit eigenem Bad haben. „Für die Zukunft ist das der richtige Weg“, sagt Evermann. Ehepaare sollen in zwei nebeneinander liegenden Zimmern untergebracht werden können. Neben Gemeinschaftsräumen und Gärten sind auch eine Cafeteria und eine Kapelle eingeplant.
  • Die Wohnungen: Im westlichen Teil der Fläche entstehen vier zweieinhalbgeschossige Wohnhäuser mit jeweils sieben Wohnungen - 16 für eine Person, 12 für zwei Personen. Auch hier sollen Senioren einziehen, die dann je nach Bedürfnis ganz autark oder auch betreut wohnen können. „Die Wohnungen bieten sich auch für Eheleute an, wenn einer von beiden im Seniorenstift lebt“, heißt es von der DIAG.
  • Die Tagespflege: Die dann von der St.-Johannes-Gesellschaft betriebene Einrichtung soll in das bestehende Sparkassen-Gebäude an der Ecke Westfalendamm/Lübkestraße einziehen. Über eine Wegeverbindung gelangen die dort betreuten Senioren direkt auf die neue Quartiersfläche.
    Der Sparkassen-Automat soll im Gebäude bleiben, ebenso wie die Apotheke und mehrere medizinische Praxen.
  • Das Parkhotel Wittekindshof: Das Traditionshaus bleibt bestehen, es wird aber eingebunden in die Quartiersentwicklung. Aus Wittekindshof, Seniorenheim, Wohnungen und Tagespflege entsteht ein zusammengehörendes Ensemble.

So könnten die Wohnhäuser im neuen Quartier hinter dem Parkhotel Wittekindshof aussehen.

So könnten die Wohnhäuser im neuen Quartier hinter dem Parkhotel Wittekindshof aussehen. © Stahlberg Architekten

DIAG und die St.-Johannes-Gesellschaft haben die direkten Anwohner vor einigen Tagen schriftlich informiert und unter anderem die Verkehrsanbindung näher erläutert. Während der Lieferverkehr über die B1 abgewickelt werden soll, ist für Besucher- und Anwohnerverkehr die Anfahrt über das Defdahl geplant.

In drei Jahren soll alles fertig sein

„Die Bewohner können sich wie in einem Park sicher bewegen, die Senioren der Tagespflege können direkt ins Grüne und dort die möglichen zukünftigen Mitbewohner kennenlernen“, sagt Evermann: „Das gibt es so in der Form in Dortmund noch nicht.“ Im Jahr 2023 soll das neue Quartier fertig sein, wenn alles läuft wie geplant.

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Für das direkte Umfeld sind für die kommenden Jahre weitere Großprojekte geplant. So soll an der Ecke B1/Detmar-Mülher-Straße eine Burger-King-Filiale entstehen, etwas weiter starten die Bauarbeiten für ein Hotel an der Gabelsbergerstraße. Auf der anderen Straßenseite gibt es konkrete Pläne für das Siemens-Nixdorf-Gelände - hier sollen Wohn- und Bürogebäude gebaut werden.

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