Wohnen im Loft: Pläne für schickes Wohnen an der B1 geplatzt

mlz Spar- und Bauverein

Die Träume sind ausgeträumt: Der Spar- und Bauverein hat sein ambitioniertes Wohnprojekt mit Ateliers und Lofts im alten Max-Planck-Institut an der B1 aufgegeben. So geht es nun weiter.

Dortmund

, 08.08.2019, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeichen standen auf Zuversicht, als Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender des Spar- und Bauvereins, die Kaufverträge für das frühere Max-Planck-Institut am Rheinlanddamm 201 unterzeichnete. Das Gebäude liegt im Besitz des Sondervermögens Technologiezentrum, einer Tochter der Stadt Dortmund. Seit dem Auszug des Max-Planck-Instituts 1999 steht das Hochhaus leer. Ausgehend von einem Entwurf aus dem Architekturbüros Schamp & Schmalöer, wollte der Spar- und Bauverein das Gebäude in ein Wohnhaus mit rund 40 Wohnungen, Lofts und Ateliers umbauen. Ursprünglich geplanter Starttermin war 2018. Investitionsvolumen: rund 8,5 Millionen Euro.

Inzwischen ist das ambitionierte Projekt gestorben. Der Spar- und Bauverein hat sich zurückgezogen und die Kaufverträge mit der Stadt rückabgewickelt. „Wir mussten von dieser Option im Vertrag leider Gebrauch machen“, sagt Große-Wilde auf Anfrage. „Wir standen vor dem Risiko, dass das Projekt finanziell zu einem Fass ohne Boden werden könnte.“

Kaufverträge mit der Stadt sind rückabgewickelt

Der Grund liegt in der Bausubstanz der Immobilie. Die hat der Spar- und Bauverein auf Herz und Nieren prüfen lassen. Dabei seien massive Feuchtigkeitsschäden in Kellern und an tragenden Stahlteilen entdeckt worden. „Die gesamte Immobilie hätte erst einmal ertüchtigt werden müssen“, erklärt Große-Wilde. Das verlange erhebliche Eingriff in die Bausubstanz – mit Kosten, die kaum zu kalkulieren gewesen wären.

„Wir haben das erst gar nicht weiter berechnet, sondern zeitnah einen Schlusstrich gezogen“, sagt Große-Wilde. Der vorgesehen Etat von insgesamt 8,5 Millionen Euro (inklusive Kauf und Umbau) wäre um ein Vielfaches gesprengt worden. „Die Gefahr war uns einfach zu groß“, sagt Große-Wilde.

Und nun? Was soll aus dem Gebäude werden, dessen Verkauf der Rat der Stadt bereits 2015 abgesegnet hatte? Die Wirtschaftsförderer haben darauf eine klare Antwort: Die Immobilie soll abgerissen werden. Von einem neuen Investor. „Es gibt Gespräche mit mehreren Interessenten“, sagt Arturo de la Vega von der Wirtschaftsförderung.

Büro oder Hotel im Gespräch

Namen will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Nur so viel: Wohnen sei nicht mehr geplant. In Betracht komme jetzt eine Büro- und möglicherweise auch eine Hotelnutzung – was dem derzeit geltenden Bebauungsplan entspricht. Einen Erhalt und Umbau des Gebäudes ziehen die Wirtschaftsförderer nicht mehr in Betracht. „Der Rückbau ist verpflichtend“, stellt de la Vega klar. „Das sagen wir den Interessenten auch.“ Zurzeit seien die Investoren dabei, ihre Projekte durchzurechnen. Bis Jahresende erwarten die Wirtschaftsförderer erste Ergebnisse.

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