Auf über 46.000 Quadratmetern werden in Derne Wohnmobile verkauft. © Dürrwang-Mörlein
Gewinner der Krise

Wohnmobil-Boom: Corona beschert Dortmunder Händler ein Riesen-Wachstum

Während die meisten Branchen um ihr Überleben kämpfen, verzeichnen Wohnmobil-Händler Rekordzahlen. Der größte Dortmunder Händler berichtet Erstaunliches.

„Wir konnten hier auf dem Platz Fußball spielen“, erinnert sich Ludwig Mörlein, Geschäftsführer von Dürrwang-Mörlein, dem größten Händler für Wohnmobile in Dortmund. Nach dem Shutdown im Frühjahr wurde das Unternehmen in Derne beinahe „leer gekauft“ – und das obwohl unterschiedliche Marken auf über 46.000 Quadratmetern angeboten werden.

Schlechte Ausgangslage Ende 2019

Dabei war die Situation vor Corona zum Ende des vergangenen Jahres noch eine „eher unschöne“. Mörlein berichtet, dass die Branche in den vergangenen Jahren ein stetes Wachstum von zwei bis drei Prozent verbuchen konnte – Ende 2019 waren die Plätze der Händler allerdings voll, weswegen sie den Produzenten keine Wagen mehr abnehmen konnten. Folglich wurde die Produktion von Wohnmobilen sogar gedrosselt.

Als im Frühjahr dann auch noch der erste Lockdown von Bund und Ländern beschlossen wurde, dachte Mörlein noch, dass die Krise auch seine Branche so hart treffen würde wie viele andere: „Wir bieten ja nichts an, was man unbedingt braucht.“ Und bei drohenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder gar einer Rezession würden die meisten Menschen ihr Geld wohl nicht für Wohnmobile ausgeben.

80 Prozent der Händler leer gekauft

Das dachten zumindest die meisten Händler. „Stattdessen hat das Gegenteil stattgefunden”, sagt Mörlein. 80 Prozent der Händler bundesweit seien leer gekauft worden, und auch in Derne gab es einen Run auf die Wohnmobile. „Wir sind da natürlich vor Freude zwei Meter hoch an die Decke gesprungen, wir hatten das überhaupt nicht erwartet.“

Statt der zwei bis drei Prozent Wachstum berichtet Mörlein von rund 35 Prozent, ein „beispielloses“ Jahr. Für diesen Boom macht der Geschäftsführer unter anderem die veränderten Reisepläne durch Corona verantwortlich, „allerdings ist es auch nicht so, dass die Leute die sonst nach Mallorca fahren und das jetzt nicht mehr können dann 100.000 Euro für ein Wohnmobil in die Hand nehmen“, meint er.

Hält der Boom noch weitere Jahre?

Vor allem sei wohl auch deshalb die Vermietung besonders auf Wachstumskurs. In Derne werden rund 60 Autos zur Vermietung angeboten, die allesamt eine höhere Nachfrage verzeichneten, als die Firma es zu Beginn des Jahres angenommen hatte. Deswegen wurde mittlerweile auch schon wieder eine „unglaublich hohe Anzahl“ an Wagen nachbestellt.

Angst sich dabei zu verkalkulieren gibt es bei Dürwall-Mörlein nicht, denn der Boom wird laut des Geschäftsführers noch mindestens bis 2022 anhalten, erst danach, so Mörlein, wären weitere Bestellungen „reine Spekulation“.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.