Wohnung eines Coronavirus-Opfers: Donetz-Techniker streichen Hausbesuch

mlzCoronavirus in Dortmund

Sorge bei Anwohner eines Hauses, in dem ein an Covid-19 gestorbener Mensch lebte: Donetz plante, Techniker in die Wohnung des Opfers zu schicken. Die Anwohner reagierten jedoch umgehend.

Dortmund

, 24.04.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im östlichen Dortmunder Stadtteil Husen lebte ein 71-jähriger Mann, der am 5. April als zweiter Dortmunder Einwohner gemeldet wurde, der an den Folgen des Coronavirus gestorben ist. Die Partnerin des Mannes ist zum zweiten Mal in Quarantäne, weil nach anfänglicher Besserung wieder Symptome aufgetreten waren.

Der Fakt, dass eines der mittlerweile vier Dortmunder Covid-19-Todesopfer jemand ist, dem man regelmäßig begegnet war, ist für einigen Nachbarn belastend. Deshalb hat eine eigentlich gewöhnliche Ankündigung jetzt große Sorge ausgelöst.

Anwohner wendet sich an Donetz

Weil in diesem Viertel seit einigen Monaten neue Gasleitungen verlegt werden, hing die Nachricht einer Firma im Auftrag von Donetz an den Haustüren. Techniker müssten Gasthermen entlüften und dafür Zugang zu den Wohnungen bekommen. Andernfalls sei die Gasversorgung nicht mehr möglich.

Einen Mieter veranlasste das, Donetz eine Reihe von Fragen zu senden. Eine davon war, ob bekannt sei, dass ein Mieter am Coronavirus verstorben ist und dessen Ehefrau noch unter häuslicher Quarantäne steht.

Zudem formulierte der Anwohner die Sorge darüber, wegen des Infektionsrisikos die Handwerker in die Wohnung zu lassen. „Garantieren Sie, dass diese Maßnahme für ihre Mitarbeiter und die Mieter gefahrlos ist?“, lautete eine weitere Frage.

Donetz bekommt nicht gemeldet, wo Menschen in Quarantäne sind

Ole Lünnemann, Sprecher der DEW21-Tocher Donetz, sagt auf Anfrage dieser Redaktion: „Wir wussten nicht, dass dort eine Person in Quarantäne wohnt. Wir sind darauf angewiesen, dass uns dies gemeldet wird.“

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Zwar sei ein Techniker-Besuch mit ausreichendem Schutz grundsätzlich auch in einer Quarantäne-Wohnung möglich. Man habe sich in diesem Fall aber Gedanken gemacht, ob es eine andere Lösung gibt, als die Therme per Hand zu entlüften.

Bisher gab es keine Bedenken bei Dortmundern wegen Techniker-Besuchen

„Es ist möglich, die neue Leitung außer Betrieb zu setzen, ohne die Therme auszuschalten“, sagt Ole Lünnemann. Damit entfällt die Aufgabe, die Gasthermen zu entlüften. Dieser Vorgang ist bei der Erneuerung von Gasanschlüssen verpflichtend, da sonst Luft in die Leitungen geraten und zusammen mit dem Gas ein explosives Gemisch ergeben kann.

Der Fall in Husen sei der erste Hinweis auf Bedenken wegen eines Techniker-Besuches in den vergangenen Wochen. „Wir arbeiten weiter. Beispielsweise muss die Entstörung ja weiter gehen“, sagt Ole Lünnemann. „Es ist an einigen Stellen schwieriger, aber wir bekommen es hin.“

Die Donetz-Mitarbeiter tragen Masken, Handschuhe und haben klare Anweisungen für Desinfektion und Abstand. Es gelte: „Anklingeln, Zurücktreten und schnell arbeiten“.

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