Wohnungsloser Mann (32) in Dortmunder Innenstadt tot aufgefunden

mlzNahe dem Westenhellweg

In der Dortmunder Innenstadt ist ein obdachloser Mann tot aufgefunden worden. Der Mann, der unter dem Namen „Teddy“ bekannt war, wurde 32 Jahre alt. Die Trauer um ihn ist in der City sichtbar.

Dortmund

, 21.11.2020, 20:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 32 Jahre alter Mann ohne festen Wohnsitz ist am Donnerstag (19.11.) tot an seinem Schlafplatz in der Dortmunder Innenstadt aufgefunden worden. Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

An einer Mauer neben dem CD- und Schallplattenladen „Andrä“ haben Freunde von „Teddy“ eine spontane Gedenkstätte aufgebaut. Der Ort ist ein großer Kontrast zum ansonsten sehr geschäftigen Treiben an diesem November-Samstag, an dem rund um den Westenhellweg gar nichts nach „Lockdown light“ aussieht.

Gedenken an den Toten mit Kerzen und Schallplatte

Windgeschützt von zwei Kartonpappen flackern Kerzen vor einem Foto des Verstorbenen. Ein Teddybär mit Weihnachtsmütze liegt über einem Kranz aus Tannengrün. Daneben stehen zwei Bierflaschen und Pflastersteine als Dekoration.

Auf einen Zettel hat jemand geschrieben: „Nur die besten sterben jung. Du warst einer der Besten“. Das Papier ist an eine Schallplatte geklemmt, eine Hörspiel-Version der Geschichte „Der kleine Muck“.

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Auf dem Platz am Wasserspielplatz zieht sich eine Gruppe von bis zu fünf wohnungslosen Menschen in den Abendstunden zurück. Es ist einer von mehreren Orten dieser Art in der Dortmunder Innenstadt.

Erst vor wenigen Wochen gab es einen Todesfall in der Wohnungslosenszene

Der Fall von „Teddy“ macht sichtbar, wie präsent der Tod auf der Straße ist, wo in vielen Fällen Drogen oder Alkohol den Alltag der Menschen bestimmen. Erst vor wenigen Wochen war eine ähnliche Gedenkstätte vor einem leerstehenden Ladenlokal am oberen Westenhellweg zu sehen, wo Wohnungslose um einen Freund trauerten.

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Nach ersten Hinweisen handelt es sich im Fall des verstorbenen 32-Jährigen nicht um einen Tod in Folge von Kälte. Bastian Pütter von der Wohnungsloseninitiative Bodo beobachtet aber, dass viele Menschen auf der Straße durch die zurückliegenden Monate in einem allgemein schlechteren gesundheitlichen Zustand sind. „Und dann kann es passieren, dass es ein Unglück gibt“, sagt Pütter.

Hilfsinitiativen warnen vor dem Winter

Bundesweit beobachten Akteure der Wohnungslosenhilfe dieses Phänomen, das seine Ursache in der coronabedingten Schließung von Anlaufstellen und Tagesaufenthalten hat. Mehrfach haben Einrichtungen in Dortmund deshalb darauf hingewiesen, dass der Winter für mehr obdachlose Menschen lebensbedrohlicher werden könnte als in den vergangenen Jahren.

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In Dortmund haben in den vergangenen Wochen einzelne Aufenthaltsmöglichkeiten wieder eröffnet. Seit Mitte November gibt es vor dem Dortmunder U große Zelte, in denen sich Wohnungslose verpflegen und kurz aufhalten können.

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