Zahl der Amok-Drohungen in Dortmund bedenklich gestiegen

DORTMUND Noch immer sind die tragischen Bilder des Amok-Laufes in Winnenden präsent. Nicht erst seit Winnenden kämpft Dortmund mit Nachahmern, die sich einen ganz schlechten Scherz erlauben. Aber die Zahl im März fällt gänzlich aus dem Rahmen: 20 angedrohte Amok-Läufe!

von Von Arne Niehörster

, 28.03.2009, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zahl der Amok-Drohungen in Dortmund bedenklich gestiegen

Peter Brekau, Schulleiter an der Albert-Schweitzer-Realschule.

Eltern, Lehrer und Polizei in höchster Alarmbereitschaft und mit null Toleranz. Die Albert-Schweitzer-Realschule in Nette wurde in dieser Woche gleich mit drei Drohungen konfrontiert. Die letzte erlaubte sich eine Schülerin erst am Freitag.

"Die Kinder ermessen gar nicht, was sie damit auslösen. Vor allem auf psychischer Ebene", kann Schulleiter Peter Brekau nur noch mit dem Kopf schütteln. Gerade in diesen Zeiten sei es völlig egal, ob sich ein Fünft- oder Zehntklässler diesen schlechten Scherz erlaubt. "Sensibler kann ein Thema nicht sein. Und gefühlloser kann man damit nicht umgehen."Denkzettel, Rausschmiss und finanzielle Folgen

Die drei Auslöser an der Albert-Schweitzer-Schule konnten selbst nur kurz lachen: Erwischt und jetzt in Erwartung einer Konferenz. Es droht der Rausschmiss, ein Denkzettel in jedem Fall.

Soweit nur die Konsequenzen in der schulischen Laufbahn. Den Finanzen der Familie geht es ebenso an den Kragen. Acht Tatverdächtige hat die Polizei zu Dortmunds Amok-Drohungen schon ermitteln können. Bestätigt sich der Verdacht, zahlen die Eltern. Wieland: "Die Kosten sind natürlich vom jeweiligen Umfang des Einsatzes abhängig." Aber NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf sprach in einer Pressemitteilung am 21. März von "bis zu 100.000 Euro".

Solch ein übler Scherz kann eine Hypothek fürs ganze Leben sein: Denn der Schüler macht sich strafbar.

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