Seit Anfang November hat sich die Zahl der Corona-Todesfälle in Dortmund verdoppelt. © Foto: dpa/Montage: Klose
Corona-Pandemie

Zahl der Corona-Todesfälle in Dortmund im November mehr als verdoppelt

Die gute Nachricht: Das exponentielle Wachstum bei Corona-Patienten, die in Dortmund ins Krankenhaus müssen, ist vorerst gestoppt. Die schlechte: Die Zahl der Todesfälle nimmt dramatisch zu.

Der Tag, an dem die Trendwende begonnen hat, lässt sich klar festlegen: Nachdem es seit Ende September in Dortmund keinen Todesfall in Zusammenhang mit Corona gegeben hatte, meldete die Stadt erst am 27. Oktober – nach über vier Wochen ohne einen Todesfall – wieder einen gestorbenen Corona-Patienten.

Seitdem hat sich die Gesamtzahl der Todesfälle mehr als verdoppelt: Am 23. November meldete die Stadt den 59. Toten seit Beginn der Pandemie.

Momentan fast täglich neue Todesfälle

Gab es zuvor wochenlang keine Todesfälle, kommen seit dem 27. Oktober fast täglich neue hinzu: Seit diesem Tag erfasst die Statistik erst an neun Tagen keinen neuen Todesfall.

Eine Tendenz, die auch Krisenstabsleiterin und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner Sorgen bereitet: „Auf den Intensivstationen werden viele Menschen mit Vorerkrankungen versorgt. Und leider eine steigende Zahl von Menschen, die ursächlich an Corona sterben – in der Regel Ältere und mit Vorerkrankungen“, sagt sie bei der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands am 17. Oktober.

Corona ist immer häufiger Todesursache

Die Stadt unterscheidet bei den Corona-Todesfällen zwischen Menschen, die zwar auch mit Corona infiziert sind, aber an anderen Ursachen sterben, und Menschen, die aufgrund der Corona-Infektion sterben.

Von den 33 Corona-Todesfällen, die seit 1. November in Dortmund gemeldet wurden, ist in 24 Fällen Corona die Todesursache, in 9 Fällen sind es andere Vorerkrankungen.

Zum Vergleich: Bei den 25 Todesfällen, die zwischen dem 2. April und dem 31. Oktober gemeldet gewesen waren, war das Verhältnis 15 zu 10.

Exponentielles Wachstum der Patientenzahlen gestoppt

Neben den Todesfällen ist auch ein zweiter Wert in den vergangenen Wochen gewachsen – allerdings nicht so stark, wie befürchtet: Die Zahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Den exponentiellen Zuwachs, der Mitte Oktober begonnen hatte, habe man zwar stoppen können, so Zoerner: Die Patientenzahl pendelt seit zwei Wochen zwischen 134 (am 9. November) und 174 (bisheriger Höchststand am 17. November).

Die Krisenstabsleiterin rechnet aber damit, dass sich der zu hohe Inzidenzwert (209,3, Stand 23. November) mit zeitlicher Verzögerung noch stärker in den Krankenhäusern niederschlagen wird.

Stagnation auf Intensivstationen hat traurigen Hintergrund

Auch die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten scheint sich momentan einzupendeln, nicht gravierend zu steigen: Maximal lagen bisher an einem Tag 40 Corona-Patienten auf Intensivstationen in den Dortmunder Krankenhäuser (12. und 13. November), aktuell sind es 34 (23. November).

Grund zur Freude ist das allerdings keineswegs: „Wenn einzelne Fälle statistisch aus der intensivmedizinischen Behandlung herausfallen, ist das leider nicht auf die Heilung der Patienten zurückzuführen, sondern häufig darauf, dass die Personen verstorben sind“, sagte Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Reinken auf der Pressekonferenz des Verwaltungsrats.

Und er warnte eindringlich davor, eine Corona-Infektion zu unterschätzen oder als harmlos abzustempeln: „Unsere Zahlen beweisend das Gegenteil. Mindestens ein Viertel der Patient, die in die Beatmung kommen, verstirbt.“

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Jessica Will

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