Zehnjährige Dortmunderin tanzt bei „Holiday on Ice“ mit den Großen auf dem Eis

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Bei der Jubiläumsshow von „Holiday on Ice“ treten nicht nur die Olympiasieger im Paarlauf, Aljona Savchenko und Bruno Massot, auf. Mit dabei ist auch die zehnjährige Dortmunderin Olesya Ray.

Dortmund

, 11.01.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 4 min

Auf 75 Jahre voller unvergesslicher Show-Momente blickt „Holiday on Ice“ in der neuen Show zurück. Einen solchen unvergesslichen Moment erlebt am 18. Januar die zehnjährige Dortmunderin Olesya Ray: Sie steht mit den Olympiasiegern Aljona Savchenko und Bruno Massot auf dem Eis in der Westfalenhalle 1 und darf vor großem Publikum eine Kür zeigen.

Olesyas Trainerin beim ERC-Westfalen kann sie auf diesen Auftritt perfekt vorbereiten: Yulia Gnilozuloba ist acht Jahre lang selbst bei „Holiday in Ice“ im Corps und auch als Solistin gelaufen. Das ist zwar schon 20 Jahre her, „aber es gehört noch immer zu meinen schönsten Erinnerungen. Ich habe bei den Touren mit der Eisrevue die ganze Welt gesehen, und in dieser Show mitzulaufen, war ein großer Spaß. Ich gehe jedes Jahr immer wieder gerne als Zuschauerin da hin“, sagt die Trainerin im Eissportzentrum an der Strobelallee.

„Olesya ist eine der Fleißigsten und Besten“

Seit zwei Jahren trainiert sie Olesya Ray. Sechs junge Mädchen laufen an diesem Ferientag in der kleinen Gruppe von Yulia Gnilozuloba über das Eis. Olesya ist die Jüngste. Sauber dreht sie in ihrer schwarzen Trainingshose und in dem türkisfarbenen Oberteil Kreise, gleitet lächelnd in der Waage über das Eis, nimmt Anlauf, wird schneller, hakt die Kufenspitze in die Eisfläche ein und springt hoch in die Luft. „Zu langsam“, kritisiert die Trainerin, und: „Der Auslauf ist zu lang“.

Sie lobt aber auch: „Olesya ist eine der Fleißigsten und Besten in der Gruppe. Die anderen Mädchen sind ja alle schon etwas älter.“ Bei der Deutschen Nachwuchs-Meisterschaft wurde die Zehnjährige Anfang Dezember vor heimischem Dortmunder Publikum Vierte – das war bislang der größte Erfolg des jungen Eislauf-Talents.

Inzwischen Mitglied im Landeskader

Mit vier Jahren stand Olesya zum ersten Mal auf dem Eis. „Ich konnte das damals schon ganz gut“, sagt sie selbstbewusst. Zu der Zeit wohnte sie mit ihrer Familie noch in Mülheim. Aber mit acht Jahren war Olesya schon so gut, dass die Grundschülerin bessere Trainingsbedingungen brauchte, als sie der Stützpunkt in Essen bieten konnte. Also zog die Familie nach Dortmund, um das große Talent des Mädchens noch besser zu fördern. Und mit neun Jahren wurde Olesya immer besser.

Inzwischen ist die junge Eisläuferin Mitglied des Landeskaders, ihr Ziel ist jetzt, in den Bundeskader aufgenommen zu werden. „Dazu braucht man 85 Punkte, ich habe jetzt 83 Punkte“, erzählt die zierliche, kleine Zehnjährige stolz. Und später will Olesya auch mal an den Olympischen Spielen teilnehmen.

„Immer die Spannung halten“

Am liebsten mag sie die Sprünge auf dem Eis. Flip, Lutz, Axel, Rittberger und Salchow – alle springt Olesya doppelt, und den Toeloop kann sie seit ein paar Wochen schon dreifach. „Mein Vorbild ist Alexandra Trusova“, sagt sie: „Die kann den Lutz und Toeloop sogar vierfach.“ Und die Russin Alexandra Trusova ist auch erst gerade einmal 14 Jahre jung.

Und wie geht das, so sauber über das Eis zu springen? Für Olesya Ray ist das ganz einfach: „Man muss alles richtig machen: hoch springen, schnell drehen und vor allem immer die Spannung halten. Man muss viel üben, aber man kann es schaffen“, sagt die Zehnjährige und lächelt.

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Sechs Mal in der Woche geht sie nach der Schule vom Max-Planck-Gymnasium in die fast benachbarte Eishalle oder fährt mit dem Fahrrad in ihr zweites Zuhause beim ERC-Westfalen. Drei bis sechs Stunden trainiert sie dort mit viel Freude pro Tag in einer kleinen Gruppe von Talenten. Und in den Ferien noch länger. Seit sie den dreifachen Toeloop stehen kann, ist sie noch eifriger und hat auch über Weihnachten nicht ganz mit dem Training ausgesetzt – damit sie bei ihrem ersten Dreifach-Sprung noch sicherer wird.

Das Mittagessen kocht die Mutter vor und gibt es Olesya mit, das kann sie dann im Zimmer ihrer Trainerin in der Eishalle aufwärmen. Denn alles darf die junge Sportlerin nicht essen. Weißes Brot ist tabu, nur Roggenbrot steht auf dem Ernährungsplan. Schokolade war in der Weihnachtszeit nicht ganz verboten, aber natürlich auch nur in Maßen erlaubt.

Neue Akademie ins Leben gerufen

In den Trainingspausen setzen sich die Eislauf-Mädchen zusammen ins Café oben in der Eishalle und machen Hausaufgaben. Auch da ist die Gymnasiastin mit viel Freude dabei. „Ich kann auch sehr gut Mathe. Ich war eine der vier besten beim Mathe-Wettbewerb – von mehr als hundert Kindern“, erzählt sie stolz. Kein Wunder, ihre Mutter Ekaterina Volodina ist Mathematikerin an der Universität Duisburg-Essen.

Bei „Holiday on Ice“ durften sich Eislauftalente zwischen sechs und 16 Jahren aus ganz Deutschland für einen Auftritt in ihrer Region mit einem Video, Foto und einem Brief bewerben. Dafür hat die berühmteste Eisrevue der Welt die „Holiday on Ice Academy“ ins Leben gerufen und für jede Tourstadt ein Nachwuchstalent ausgewählt, das kurz vor dem zweiten Akt der Jubiläumsshow eine eigene Choreografie vor großem Publikum zeigen darf.

Traum geht in Erfüllung

Bei ihrem Weg auf das Eis werden die jungen Läuferinnen von den Olympiasiegern im Paarlauf, Aljona Savchenko und Bruno Massot, die Schirmherren der „Holiday on Ice Academy sind, begleitet. Das Goldpaar zeigt in Dortmund in der Show dann noch einmal seine Siegerkür und eine weitere, neue Choreografie.

„Ich fänd‘s richtig toll, wenn ich dabei wäre. Mein Traum ist es, auf einer Bühne zu stehen und eiszulaufen“, hat Olesya in ihrem Brief an „Holiday on Ice“ geschrieben. Und diesen Traum erfüllt die Eisgala in ihrem Jubiläumsjahr nun der jungen Dortmunderin.

Zehnjährige Dortmunderin tanzt bei „Holiday on Ice“ mit den Großen auf dem Eis

Die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigen bei „Holiday on Ice“ (nur am Freitag) noch einmal ihre Siegerkür, die mit dem Unendlichkeitszeichen beginnt. © picture alliance / Christian Cha

Aljona Savchenko hat Olesya Anfang Dezember schon bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Dortmund gesehen. „Aber ich habe mich nicht so richtig getraut, zu ihr zu gehen und sie anzusprechen. Sie hat dort eine junge Läuferin betreut und war beschäftigt“, erzählt die Zehnjährige.

Wenn sie die Olympiasiegerin jetzt in der Westfalenhalle trifft und am Premierentag vor der Show auch mit ihr trainieren darf, will sie ihr sagen, wie gut ihr das Unendlichkeitszeichen am Anfang ihrer Olympia-Goldkür gefallen hat. „Das fand ich richtig schön“, strahlt das Mädchen, „und ich bewundere, wie schnell Aljona läuft, wie schön sie sich auf dem Eis dreht und was für tolle Figuren sie mit Bruno Massot in ihrer Kür gezeigt hat. Ich werde ihr sagen, dass ich toll finde, wie sie läuft und dass ich ihr gerne zeigen möchte, was ich auf dem Eis kann.“

Olesya studiert Mini-Kür ein

Und das ist eine Menge. „Es ist richtig schön, sich auf dem Eis zu zeigen“, sagt das hübsche Mädchen: „Bei Wettbewerben bin ich kaum noch aufgeregt, aber es kann sein, dass ich bei ,Holiday on Ice’ ein bisschen nervöser bin. Aber dafür ist es richtig cool, da auftreten zu dürfen.“ Ihre Wettkampfkür zeigt Olesya Ray zu rumänischer Musik, zu der ihr schönes schwarz-rotes Kleid mit den vielen Glitzersteinchen wunderbar passt. „Holiday on Ice“ hat der Zehnjährigen eine andere Musik geschickt, zu der sie laufen soll. Und diese Mini-Kür studiert sie jetzt gerade mit ihrer Trainerin ein.

Eine Reise um die Welt wird die neue „Holiday on Ice“-Show – die 67., die in der Westfalenhalle zu sehen ist. Das symbolisiert auch der große Globus, der einen Durchmesser von fünf Metern hat und über der Eisfläche schweben wird. Olesya Ray hat diese Reise um die Welt noch vor sich – mit vielen Zielen vor Augen und immer mit Eis unter den Kufen.

Insgesamt fünfmal kann man sich „Holiday on Ice“ in diesem Jahr in der Westfalenhalle 1 angucken. Die Termine sind: 18. Januar (Freitag) um 19 Uhr; 19. Januar (Samstag) um 15 und 19 Uhr; 20. Januar (Sonntag) um 13 und 16.30 Uhr. Tickets gibt es noch an allen bekannten Vorverkaufstellen sowie online bei Eventim.
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