Zeitreise mit hohem Tempo und Niveau

17.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der rote Faden war mit dem Anlass verknüpft: Zum Neujahrskonzert im voll besetzten Audimax spielten Orchester, Chor und Kammerchor der Universität aus jedem der fünf vergangenen Jahrhunderte ein bedeutendes Werk, jeweils aus dem Jahr -08.

Es begann andächtig: Bachs Kantate "Gott ist mein König" (1708) sang der Chor frisch und farbig. Der Kammerchor antwortete mit einer Motette Heinrich Isaacs: Klar und licht zogen die Sänger die fragilen, 500 Jahre alten Melodien, genau, harmonisch, anrührend.

Anton Weberns "Passacaglia" (1908) bot harten Kontrast: Die wilde, moderne, verschachtelte Komposition forderte Orchester und Publikum gleichermaßen. Musikalische Anlehnungen an Isaacs Motette wie die "kunstvolle Polyphonie", einführend erklärt, machten das Stück jedoch auch für ungeübte Hörer interessant.

Vor der Uraufführung erläuterte Johannes Marks die inhaltliche Verbindung seiner Komposition "Große Szene" zu den Werken Weberns und Beethovens. Dem Orchester gelang das Auftragswerk eingängig und wirkungsvoll, der Chor bewältigte die langen Akkorde und ungewohnten Dissonanzen mit Bravour.

Nach dem kunstvoll phrasierten "Lamento d'Arianna" (Monteverdi, 1608) des Kammerchors schloss das wohl bekannteste Motiv der klassischen Musik - "Ta-ta-ta-taa", Beginn von Beethovens fünfter Sinfonie - den programmatischen Bogen. Mit hohem Tempo, geschlossenem Zusammenspiel und genauer Akzentuierung bewies das Orchester hohe Spielkultur. Das anspruchsvolle Programm und die Leistungen der Ensembles verdienten sich begeisterten Applaus. tag

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