In der Dortmunder JVA war im Juli ein mutmaßliches Mitglied einer rechten Terrorzelle tot aufgefunden worden. © Archiv
Prozess

Zeuge über Dortmunder Häftling: „Er machte die anderen Gefangenen rebellisch“

Ein psychisch kranker Dortmunder soll im Gefängnis einen Wachmann angegriffen und schwer an der Schulter verletzt haben. Ein Zeuge erinnert sich, dass der Häftling andere Gefangene rebellisch gemacht habe.

Der Angeklagte war 2020 wegen zweier Einbruchsdiebstähle in Dorstfeld festgenommen und später ins Dortmunder Gefängnis gebracht. Dort zeigte sich jedoch schnell, dass er offenbar nicht gewillt war, sich den Regeln unterzuordnen.

„Er hat viel unzusammenhängendes Zeug geredet“, sagte einer der Wachmänner am Dienstag vor dem Dortmunder Landgericht aus. Und am Tattag sei die Stimmung des Angeklagten so aufgebracht gewesen, dass die Situation fast zu eskalieren drohte. „Er machte die anderen Gefangenen rebellisch“, so der Zeuge. „Da mussten wir einschreiten.“

Der Angeklagte wird von Rechtsanwalt Timo Meyer verteidigt. © Martin von Braunschweig © Martin von Braunschweig

Schwere Schulterverletzung

Ein zweiter Wachmann bezahlte diesen Einsatz jedoch mit einer schweren Schulterverletzung, starken Schmerzen und der Tatsache, dass er auch nach Monaten noch nicht wieder arbeiten kann. „Im Gegenteil: Ich werde in den nächsten Tagen doch noch operiert“, sagte der Zeuge den Richtern.

Dass der Angeklagte krank ist, steht aus Sicht von Psychiater Brian Blackwell absolut sicher fest. Die Frage ist nur, ob er tatsächlich als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft und deshalb unbefristet in einer geschlossenen Klinik untergebracht werden muss.

Blackwell hält dies aktuell noch nicht für geboten. Das Gericht sucht für den Angeklagten deshalb nun nach einer Betreuungslösung und einem Zimmer in einer Wohneinrichtung.

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