Zeugin im Vergewaltigungsprozess per Videoschalte vernommen: „Er hat mir wehgetan“

Landgericht

Vor fünf Jahren soll ein Mann aus Bövinghausen eine Bekannte viermal vergewaltigt haben. Im Prozess vor dem Landgericht bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe. Doch die Zeugin erneuert sie.

25.11.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die heute 26-jährige Frau musste nicht selbst im Gerichtssaal erscheinen, sondern wurde per Videoschalte aus einem gesonderten Raum vernommen. Zu groß war offensichtlich die Angst der Frau, auf den Angeklagten zu treffen.

Die beiden hatten sich 2014 beim Christlichen Jugendddorf kennengelernt, wo beide eine Ausbildung absolvierten. Dass der heute 29-jährige Angeklagte damals bereits eine andere Freundin hatte, hinderte ihn nicht daran, sich mit der Zeugin zu verabreden und zu treffen. In vier Fällen soll es dabei zu sexuellen Handlungen gegen den Willen der Frau gekommen sein.

„Er hat mir wehgetan“, sagte die Zeugin am Montag den Richtern. Der Angeklagte habe sie geschlagen, gewürgt und zu Dingen gezwungen, die sie nicht habe tun wollen. Um Hilfe habe sie aber nicht gerufen. „Dazu fehlte mir die Kraft“, sagte sie. Und auch auf die Frage, warum sie nach der ersten mutmaßlichen Vergewaltigung dennoch weiter Kontakt mit dem Angeklagten gehalten habe, wusste sie eine Antwort: „Er hat mich psychisch manipuliert.“ Angeblich drohte der heute 29-Jährige der Frau, er würde andernfalls dafür sorgen, dass sie Schwierigkeiten während ihrer Ausbildung bekommt.

Der Angeklagte schüttelte während der Vernehmung immer wieder den Kopf. „Es gab keine Gewalt, nein, nein, nein“, sagte er.

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